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"Image factories" // Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums als Wanderausstellung in der Fachhochschule Potsdam // 19. Oktober bis 14. Dezember 2018

Die Konferenz thematisiert interdisziplinäre Praktiken im Informationsdesign und in der Visualisierung von Daten. In diesem hochaktuellen Kontext leistet die Ausstellung somit einen Beitrag zur historischen Herleitung der Themen Infografik und Wahrnehmungsökonomie. Sie präsentiert Lösungen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts – angesichts einer zuvor nie dagewesenen Informationsflut und Globalisierung des Wissens – für die Verbreitung von Information durch Bilder gefunden wurden. Die Wanderausstellung ist noch bis zum 14. Dezember auf dem Campus der Fachhochschule Potsdam zu sehen. Es handelt sich um einen Ausschnitt der Schau, die in diesem Frühjahr im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig zu sehen war.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung zeichnet die Anfänge der Infografik am Beispiel zweier unverwechselbarer Bildsprachen nach. Aus unterschiedlichen Traditionen heraus entwickeln der österreichische Ökonom Otto Neurath, der 1918 Museumsdirektor in Leipzig wurde, und der in Halle geborene Mediziner Fritz Kahn fast zeitgleich ihre abstrakten Bilderwelten, die auf einer formalen Stilisierung des menschlichen Körpers beruhen. Während Neuraths Konzept der "Isotype" (International System of Typographic Picture Education) Piktogramm-ähnliche Grafiken als Zähleinheiten für soziale Gegebenheiten entwickelt, zielen Kahns "Fabriken des menschlichen Körpers" auf mechanistisch aufbereitete Prozessdiagramme, in denen der Mensch zum "Industriepalast" wird. Nach dem Motto Otto Neuraths "Words devide, images unite" bringen Infografiken als in Form und Farbe prägnante, sprachunabhängige Bildzeichen bis heute komplexe Informationen auf den Punkt. Insofern leistet die Ausstellung mit den historischen Positionen Otto Neuraths und Fritz Kahns auch einen Beitrag zur aktuellen Debatte um eine neue Informationsökonomie. Sie zeigt nicht nur Publikationen aus den reichen Beständen der Deutschen Nationalbibliothek, sondern präsentiert auch unikale Objekte aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum und aus US-amerikanischen und britischen Archiven.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Universität Erfurt. Finanziell unterstützt wurde sie von der Kulturstiftung des Bundes.

Information und Kontakt

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 11–16 Uhr

Kosten

Eintritt frei

Veranstaltungsort

FH Potsdam, Hauptgebäude
Kiepenheuerallee 5, 14469 Potsdam

Letzte Änderung: 26.10.2018

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