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Drucke des 19. Jahrhunderts

Mit über 3.200 Titeln bilden die Drucke des 19. Jahrhunderts die umfangreichste Gruppe im historischen Buchbestand des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. Die Dokumentation der einschneidenden technischen Innovationen und organisatorischen Veränderungen, die sich mit der Industrialisierung der Buchherstellung vollzogen haben, ist ein wesentliches Ziel der Bestandsbildung.

Kalender, Almanache, ABC-Bücher, Kinder- und Jugendbücher, Konversationslexika, illustrierte Zeitungen, Magazine und Journale, Reclams Universal-Bibliothek und andere preiswerte Reihen sind in reicher Auswahl im Bestand vertreten. Diese mit den neuen technischen Möglichkeiten in hoher Auflage produzierten Buch- und Literaturgattungen belegen zugleich die Etablierung von Großunternehmen der Druckbranche, von Schriftgießereien, Großbuchbindereien und zahlreichen neuen Verlagen und Buchhandlungen. Prachtausgaben als Indiz für sozialen Status und Repräsentationsstreben bilden das Gegenstück im Buchangebot dieser Zeit.

Rückschlüsse auf die Bildungssituation und die Positionierung des Buches in nahezu allen Lebensbereichen und in der öffentlichen Meinungsbildung lassen sich aus der Vielfalt des Titelangebotes ziehen. "Bücher, die die Welt veränderten", Werke der Wissenschaft und Technik, der Naturerkundung und Welterforschung, aber auch Praktika und eine breite Unterhaltungsliteratur bis hin zum Trivialroman unterstreichen die Rolle des Massenbuches im 19. Jahrhundert.

Die Masse der Buchausgaben weltweit erfordert jdoch sinnvolle Begrenzung des Sammlungsanliegens. Daher richtet sich der Fokus dieser Bestandsgruppe vor allem auf den deutschen Buchmarkt. Leipzig als zentraler Platz des deutschen Buchhandels dieser Zeit ist mit 1.300 Drucken dabei ein besonderer Schwerpunkt.

Schnellpresse, fotomechanische Reproduktionstechniken, Satzherstellung mit Linotype und Monotype, Fadenheftmaschine, Papiere von der Rolle (holzschliffhaltig, für Bilderdruck veredelt usw.), neuartige Farben und Einbandmaterialien nahmen nachhaltig Einfluss auf die Qualität der Buchausstattung. Diese Entwicklung im Zusammenspiel mit Zeitgeschmack und stilistischen Facetten der Buchgestaltung zu belegen, ist ein weiterer Aspekt der Sammlungsorientierung.

Leistungen bekannter Buchillustratoren, Drucker, Verleger, sowie Schrift- und Buchgestalter sind darin eingeschlossen. Frühe Beispiele für die von England ausgehende Bewegung zur Erneuerung der Buchkunst und die damit verbundene Wirksamkeit von Privatpressen gehören zu den "Schätzen" dieser Bestandsgruppe.

Letzte Änderung: 18.11.2011

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