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Nachrichten aus den Exilsammlungen

Hans Gustav Güterbock

Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 erwirbt den umfangreichen Nachlass des Hethitologen Hans Gustav Güterbock (1908 - 2000).

Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung konnte das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 als Teil des Projektes mit John M. Spalek den Nachlass des bedeutenden Hethitologen Hans Gustav Güterbock in seine Sammlung aufnehmen.
Nach dem Studium der Assyriologie in Berlin, Leipzig und Marburg war der aus Berlin stammende Güterbock von 1933 bis 1935 Mitarbeiter am Vorderasiatischen Museum in Berlin und nahm bereits während dieser Zeit an Grabungsexpeditionen in Boghazköy / Anatolien unter der Leitung von Kurt Bittel teil.

Drei Jahre nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste Güterbock Deutschland verlassen. Er folgte seinem Doktorvater Benno Landsberger und emigrierte in die Türkei, wo er bis 1948 Professor für Hethitologie in Ankara war. Dort lernte er auch seine spätere Frau, Franziska Hellmann, kennen, die mit ihren Eltern aus Würzburg emigriert war. Ihre beiden Söhne Walter Michael und Thomas Martin Güterbock kamen in Ankara zur Welt.
1949 ließ sich Güterbock in Chicago nieder, wo er an der University of Chicago am Oriental Institute lehrte. Nach seiner Emeritierung war Güterbock weiter aktiv, u.a. als Mitherausgeber des "Chicago Hittite Dictionary".
Zu seinen Werken gehören neben einer Vielzahl von Beiträgen in Fachzeitschriften u.a. "Siegel aus Boghazköy" (B.-Frohnau: Selbstverl. d. Hrsg. Dr. E. F. Weidner 1940-42) sowie "Kumarbi: Mythen vom churritischen Kronos aus den hethitischen Fragmenten zusammengestellt, übersetzt und erklärt" (Zürich; New York: Europaverl. 1946).
Güterbock ist vielfach geehrt und ausgezeichnet worden, u.a. wurde er 1959 zum Tiffany and Margaret Blake Distinguished Service Professor des Oriental Institus der University of Chicago ernannt und erhielt Ehrendoktorwürden der Freien Universität Berlin, der Universität Uppsala und der Universität Ankara.

Der Nachlass von Hans Gustav Güterbock enthält ein umfangreiches Konvolut von Briefen, u.a. von Kurt Bittel, Johannes Friedrich, Albrecht Goetze, Benno Landsberger und Ernst F. Weidner sowie zahlreiche Familienbriefe, zum Teil aus der Zeit der Emigration; Lebensdokumente, darunter Urkunden, Pässe, Fotografien und Notiz- und Adressbücher sowie Familiendokumente; eine Vielzahl von Fotografien von Landschaften, Ausgrabungsstätten, u.a. von Boghazköy, Istanbul, Karalar und Konya; einige Belegexemplare seiner wissenschaftlichen Arbeiten sowie autobiografische Schriften.

Letzte Änderung: 30.1.2014

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