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Nachrichten aus den Exilsammlungen

Künste im Exil - virtuelle Ausstellung und Netzwerk

Es gibt vielfältige Gründe, sein Land zu verlassen, und diese lassen sich nicht allein auf politische Verfolgung beschränken. So vielfältig wie die Gründe sind auch die Auswirkungen des Exils auf die Künstler und Künste. Diesen Auswirkungen widmet sich die virtuelle Ausstellung "Künste im Exil". Ihr Anliegen ist es, das Exil von Künstlern in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu zeigen und in der gegenwärtigen Erinnerungskultur zu verankern.

Seit dem 18. September 2013 sind die ersten Module der Ausstellung online zu besichtigen. Das Portal wurde unter Federführung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek erarbeitet und wird zunächst bis Ende 2014 stetig erweitert. Die Ausstellung ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar. "Künste im Exil" versteht sich ausdrücklich als ein Netzwerkprojekt: in die virtuelle Ausstellung fließen die Inhalte und Ergebnisse von über 30 Forschungseinrichtungen, Archiven, Ausstellungshäusern und Initiativen im In- und Ausland ein.

Das Anliegen der virtuellen Ausstellung ist es, das Exil von Künstlerinnen und Künstlern in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu zeigen und in der gegenwärtigen Erinnerungskultur zu verankern. "Künste im Exil" wählt dabei eine besondere Herangehensweise an das Phänomen des Exils, indem die Ausstellung den Zeitraum von 1933 bis zur Gegenwart in den Blick nimmt. Das Thema Exil steht in Deutschland unter besonderen Vorzeichen, denn Exil bedeutet hier gegensätzliche Phänomene: Waren in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1933 und 1945 tausende von Künstlerinnen und Künstlern gezwungen, sich ins Exil zu flüchten, so wurde die Bundesrepublik Deutschland später zu einem Land, in dem verfolgte Künstlerinnen und Künstler Zuflucht suchten. Bis heute ist Deutschland ein Zufluchtsort für verfolgte Menschen. 

Das Ausstellungskonzept macht sich die technischen Möglichkeiten des Internet zu eigen und verknüpft die Exponate über kuratierte Galerien miteinander. Jedes Exponat der Ausstellung ist mit weiteren Ausstellungsstücken verknüpft und so kann jede Nutzerin und jeder Nutzer einen eigenen, explorativen Weg durch die Ausstellung zurücklegen.

Die virtuelle Ausstellung wurde am 18. September 2013 im Bundeskanzleramt gemeinsam vom damaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, Dr. Elisabeth Niggemann, freigeschaltet. Aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers wurden im Jahr 2012 für den Aufbau der virtuellen Ausstellung 745.000 EUR zur Verfügung gestellt. Weitere 2 Millionen Euro folgten für die Digitalisierung der Exponate.

Letzte Änderung: 5.4.2017

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