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Sammlung historischer Abspielgeräte

Universal-Rundfunkempfänger mit Plattenspieler und Magnet-Drahtton-Gerät

Firma: Schaub und Schaub-Lorenz, Typ: Supraphon 52, Baujahr: 1952

Universal-Rundfunkempfänger mit Plattenspieler und Magnet-Drahtton-Gerät Universal-Rundfunkempfänger mit Plattenspieler und Magnet-Drahtton-Gerät

Es handelt sich hier um einen so genannten Superhet-Empfänger (8 Kreise FM und 6 Kreise AM) mit 15 Röhren und permanentdynamischem Lautsprecher ohne Erregerspule. Das Besondere an diesem Gerät ist das Plattenspieler- und Magnetton-Teil: eine Kombination eines konventionellen Plattenlaufwerks mit Saphirabtaster und eines Drahtton-Geräts. Das Gerät wiegt 34 kg.

Das Magnettondraht-Gerät war eine technische Lösung, die sich an Stelle eines üblichen Magnetbandes eines Stahldrahtes von lediglich 0,1 mm Stärke bediente. Auf eine 7-cm-Spule (oben rechts) konnte bis zu einer Stunde Musik aufgenommen werden. Es konnte wahlweise Rundfunk gehört, eine Platte abgespielt oder Musik vom Stahldraht gehört werden. Bei der Vorstellung des Gerätes 1952 war die Rede vom "vielseitigen Heimstudio", was für den damaligen Stand der Technik nicht übertrieben war. Die Schaltung des Apparates ließ alle möglichen Kombinationen zu, nicht nur das Abspielen von Radio, Platte und Draht war möglich, sondern auch die Aufnahme aus dem Radio oder von der Platte auf Stahldraht. Während auf dem Teller eine Platte rotierte, konnte man von der Platte auf Stahldraht Musik überspielen, wobei der Plattenteller gleichzeitig als linke Spule des Drahttonbandgerätes fungierte. Die Klangqualität des Drahttonbandgerätes ist angesichts der Stärke des Stahldrahtes von nur 0,1 mm bemerkenswert. Die Aufzeichnungen konnten beliebig oft gelöscht werden.
Diese Art von Drahttonbandgeräten stellte ein kurzes Intermezzo in der Geschichte der Magnettonaufzeichnung dar. Dennoch sind die technischen Lösungen, die in diesem Gerät zur Anwendung kamen, bemerkenswert. So verfügt das Gerät über einen "Tonkopflift", der dafür sorgt, dass sich bei der Aufzeichnung bzw. beim Abspielen der Tonkopf auf und ab bewegt, um den Stahldraht ohne "Drahtsalat" auf die Spulen aufzuwickeln. Auch das so genannte magische Auge für die Aufnahmeaussteuerung und die "Drahtlängenmessuhr" sind eine Besonderheit.

Letzte Änderung: 13.7.2012

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