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Überblick

Das Deutsche Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek ist der zentrale Sammlungsort für Notenausgaben und Tonaufnahmen und das musikbibliografische Informationszentrum Deutschlands.

Basis der Sammlung sind die Veröffentlichungen, die von deutschen Notenverlagen und Labels auf Grund des Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek in zwei Belegstücken abgeliefert werden. Während ein Exemplar z. B. jedes Notendrucks oder jeder Musik-CD am Leipziger Standort archiviert und zur Benutzung bereitgestellt wird, wird das zweite Exemplar an das Frankfurter Haus der Deutschen Nationalbibliothek weitergegeben. Hier werden Notenausgaben und Tonaufnahmen ab dem Jahrgang 1993 ebenfalls bereitgestellt.

Das Deutsche Musikarchiv erfüllt damit seinen Teil des Auftrags der Deutschen Nationalbibliothek, das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Deutschlands in Schrift, Bild und Ton für die Nutzung in der Gegenwart und Zukunft zu sammeln, zu dokumentieren, zu archivieren und für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Durch die Übernahme der bibliografisch erfassten Daten in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und in die Nationalbibliografie erarbeitet es einen zentralen Informationspool für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen wie für Vertriebsstellen und Einkäufer.

Das Deutsche Musikarchiv ist am Leipziger Standort der Deutschen Nationalbibliothek angesiedelt. Im Zuge der Errichtung des dortigen vierten Erweiterungsbaus (Fertigstellung 2010) ist es mit neuen Arbeits- und Magazinbereichen, einem neuen Musiklesesaal, einer Hörkabine mit Surroundsystem sowie einem Tonstudiokomplex auf höchstem technischen Niveau ausgestattet worden.

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums der Deutschen Nationalbibliothek wurde im Jubiläumsmagazin HUNDERT (Heft 2, Klangraum) das Deutsche Musikarchiv vorgestellt.

Notenausgaben

Die systematische Sammlung von Noten (Musikalien) umfasst Notendrucke und digitale Notenausgaben. Sie reicht bis in das Jahr 1943 zurück. Ältere Stücke stammen aus Nachlassankäufen.

Tonaufnahmen

Die Sammlung von Tonaufnahmen geht bis in die Anfänge der Tonträgerproduktion im 19. Jahrhundert zurück. Mit Tonträgern wie Schellackplatten und Phonographenzylindern sowie Klavierrollen sind frühe Formen der Musikaufzeichnung einbezogen. Diese älteren Materialien stammen aus Sammlernachlässen und Ankäufen. Tonträger aus DDR-Produktion sind systematisch ab den 1960er-Jahren, aus BRD-Produktion ab 1970 gesammelt. Digitale Tonträger bilden den jüngsten Sammlungsteil.

Übernahmen von Sammlungen

Durch die Übernahme der Materialien des Musikinformationszentrums des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR (MIZ-DDR) stehen Tonbänder, Noten und Werkkarteien zur Verfügung, die das Musikleben und -schaffen der ehemaligen DDR auf dem Gebiet der E-Musik dokumentieren.
Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hat im Juli 2000 das Deutsche Musikarchiv zum Sammlungsort ihrer Noten bestimmt. Zugleich ist der Gesamtbestand des GEMA-Archivs von 210.000 Noten der Deutschen Nationalbibliothek übereignet worden.

Das Deutsche Musikarchiv verfügt über weitere Spezialsammlungen und Nachlässe.

Nutzung

Die Bestände des Deutschen Musikarchivs werden im Musiklesesaal (18 Audioarbeitsplätze) und in einem Hörstudio mit Surround-System bereitgestellt. Zu der Ausstattung des Musiklesesaals gehören auch Klaviaturen zum Anspielen von Noten.

Im Lesesaal sind aktuelle Musikzeitschriften ausgelegt und es steht ein Handapparat einschlägiger Literatur zur Verfügung. Alle Bestände der Deutschen Nationalbibliothek sind hier erhältlich. Sie sind über den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek zu recherchieren und zu bestellen. An einem Informationstresen stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Nationalbibliothek gerne für Auskünfte bereit.

Es werden weitere musikbibliografische Dienstleistungen angeboten. Für Recherchezwecke und als Katalogisierungsinstrument sind zudem Normdaten von Personennamen, Körperschaften und Werktiteln der Musik in maschinenlesbarer Form verfügbar. Ergänzend hat das Deutsche Musikarchiv eine Datenbank musikalischer Leihmateriale aufgebaut, den Bonner Katalog, der im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek laufend aktualisiert wird.

Im Foyer zum Musiklesesaal sind Exponate wie Tonträger, Noten und Tonabspielgeräte ausgestellt. Die Präsentation zeichnet wesentliche Entwicklungsschritte dieser Medien und Geräte nach. Regelmäßig werden Führungen durch das Deutsche Musikarchiv angeboten.

Öffnungszeiten und Kontaktdaten finden Sie hier.

Geschichte

Das Deutsche Musikarchiv wurde 1970 als eine in Berlin ansässige Abteilung der Frankfurter Deutschen Bibliothek gegründet. Damit setzte das Deutsche Musikarchiv als bundesstaatliche Einrichtung mit Pflichtexemplarrecht die Tätigkeiten der Deutschen Musik-Phonothek (1961–1969) fort. Die Deutsche Bücherei Leipzig und die Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main wurden mit dem deutschen Einigungsvertrag 1990 zusammengeführt und bilden die heutige Deutsche Nationalbibliothek. Im Jahr 2010 zog das Deutsche Musikarchiv aus Berlin an den Leipziger Sitz der Deutschen Nationalbibliothek. Schwerpunkt der Berliner Sammlung des Deutschen Musikarchivs waren Notenausgaben ab 1973. Mit dem Umzug an den Standort Leipzig wurden diese Bestände mit der Leipziger Musikaliensammlung zusammengeführt, die bis in das Jahr 1943 zurück datiert.

Letzte Änderung: 14.8.2013

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