Navigation und Service

Tageszeitungen digital: Die E-Paper-Sammlung

Die meisten Zeitungsverlage vertreiben nicht nur gedruckte Tageszeitungen, sondern stellen zusätzlich layoutgetreue digitale Ausgaben – so genannte E-Paper – für ihre Abonnenten ins Internet. Seit 2010 sammelt die Deutsche Nationalbibliothek diese E-Paper-Ausgaben von Tageszeitungen.

Um die großen Mengen bewältigen zu können, hat die Deutsche Nationalbibliothek zusammen mit einem Dienstleister, der outermedia GmbH in Berlin, einen vollautomatischen Workflow entwickelt. Auf seiner Basis werden heute täglich die Ausgaben von rund 1.200 Tageszeitungen von den Servern der Zeitungsverlage eingesammelt und in das für die Langzeitarchivierung geeignete Format PDF/A konvertiert sowie von der Deutschen Nationalbibliothek in ihre Katalog- und Archivsysteme übernommen. Im Januar 2016 standen den Benutzerinnen und Benutzern rund eine Million Ausgaben mit über 44 Mio. Seiten online in den Lesesälen zur Verfügung.

Da der Workflow der E-Paper-Sammlung stabil ist und die Objekte über eine hohe technische Qualität verfügen, wird seit 2011 auf die Verfilmung von Tageszeitungen immer dann verzichtet, wenn eine dem Papieroriginal identische E-Paper-Ausgabe gesammelt werden kann. Somit verfilmt die Deutsche Nationalbibliothek seit 2016 nur noch 23 Titel der ursprünglich 447 Titel. Sie sammelt und bewahrt einen Großteil der rund 1.500 derzeit in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen – ein erfreuliches Ergebnis nach 100 Jahren Zeitungssammlung in der Deutschen Nationalbibliothek.

Welche Auswirkungen hat die Sammlung von E-Paper-Ausgaben für die Benutzerinnen und Benutzer?

Zunächst einmal hat sich das Angebot für die Benutzerinnen und Benutzer vor Ort in Leipzig und Frankfurt am Main deutlich verbessert: Sie können nun einzelne E-Paper- Ausgaben gezielt suchen und unmittelbar aus dem Katalog heraus per Mausklick aufrufen. Die Verzugszeit, bis eine Ausgabe zur Verfügung gestellt werden kann, hat sich gegenüber der Bereitstellung von Mikrofilmen stark verkürzt – von 3 bis 4 Monaten für verfilmte Tageszeitungen auf eine Woche für die digitalen Ausgaben.

Durch die automatisierte Sammlung elektronischer Ausgaben einschließlich der zugehörigen Metadaten hat sich die Verzeichnungssituation von Tageszeitungen deutlich verbessert. Bislang war für jeden Titel nur ein einziger Datensatz mit dem Hinweis auf den Mikrofilmbestand im Katalog nachgewiesen. Für die E-Paper gibt es pro Ausgabe, die in der Deutschen Nationalbibliothek verfügbar ist, einen Datensatz. Dieser verzeichnet die wichtigsten Metadaten wie Titel, Ausgabedatum, persistentem Identifier zum Zitieren der elektronischen Ressource (URN) und Seitenzahl. Vor allem aber ermöglicht er den gezielten und sofortigen Zugriff auf das Dokument in den Lesesälen der Deutschen Nationalbibliothek.

Das Angebot steht allen Lesesaalnutzern zur Verfügung, für externe Nutzerinnen und Nutzer kann der Service aus urheberrechtlichen Gründen nicht angeboten werden. Und ebenfalls aus urheberrechtlichen Gründen ist es nicht möglich, ein E-Paper oder auch nur Teile daraus abzuspeichern und in digitaler Form mit nach Hause zu nehmen.

E-Paper-Recherche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Letzte Änderung: 16.11.2016

Kurz-URL: http://www.dnb.de/epaper

Diese Seite

Schriftbanner mit Deutscher Nationalbibliothek Leipzig, Frankfurt am Main