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Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS)

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Ab dem 25. September stehen Ihnen die neuen, erweiterten Möglichkeiten für die Lizenzierung vergriffener Werke zur Verfügung: Lizenzieren Sie ab sofort auch Titel die nicht im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet sind.

Für die Digitalisierung und frei zugängliche Bereitstellung von Druckwerken des 20. Jahrhunderts eröffnen sich durch § 51 und § 52 des Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) bezüglich der vergriffenen Werke neue Handlungsspielräume.
Aus diesem Grund hat die DNB einen Lizenzierungsservice aufgebaut, der ihr und anderen Institutionen die Recherche und Beantragung von Nutzungslizenzen für vergriffene Druckwerke über die zuständigen Verwertungsgesellschaften erleichtern soll. Sie kooperiert dabei mit der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Gesetzliche Grundlage und der Rahmenvertrag zur Nutzung vergriffener Werke in Büchern

Unter den Voraussetzungen, die in § 51 und § 52 VGG sowie im Rahmenvertrag zur Nutzung von vergriffenen Werken in Büchern geregelt sind, kann für ein vergriffenes Druckwerk eine Nutzungslizenz durch die VG Wort eingeräumt werden: Dabei muss es sich um ein Werk handeln, das vor dem 1. Januar 1966 in Büchern, Fachzeitschriften, Zeitungen, Zeitschriften oder in anderen Schriften in Deutschland veröffentlicht wurde und das sich im körperlichen Bestand der Institution befindet, die eine Lizenz erwirbt. Das betreffende Werk muss im Buchhandel vergriffen sein, es darf also kein verlegerisches Angebot mehr existieren.
Das Gesetz und der Rahmenvertrag räumen privilegierten Institutionen (öffentlich zugängliche Bibliotheken, Bildungseinrichtungen, Museen, Archiven und im Bereich des Film- oder Tonerbes tätigen Einrichtungen) das Recht zur Vervielfältigung und öffentlichen Zugänglichmachung ausschließlich zum Zweck der Nutzung im Rahmen von digitalen Sammlungen ein und schließen eine Nutzung zu gewerblichen Zwecken aus.

Lizenzen für die Nutzung vergriffener Werke werden von der VG Wort gegen die Zahlung einer Vergütung eingeräumt. Bevor die Lizenzierung für ein Werk erfolgen kann, muss dieses zunächst im Register vergriffener Werke des DPMA eingetragen werden. Erfolgt innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist von sechs Wochen kein Widerspruch durch einen Rechtsinhaber, kann die Lizenzierung erfolgen.
Die Kosten für Registrierung und Vergütung sind in § 7 des Rahmenvertrags zur Nutzung von vergriffenen Werken in Büchern sowie in der Verordnung über das Register für vergriffene Werke geregelt.

Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) der Deutschen Nationalbibliothek

Die DNB hat einen Lizenzierungsservice aufgebaut, der privilegierten Institutionen die Recherche und Beantragung vergriffener Werke über die VG Wort ermöglicht. Voraussetzungen für die Nutzung des Lizenzierungsservices sind die Registrierung der Institution für ein Benutzungskonto des Services bei der DNB sowie der Beitritt der Institution zum Rahmenvertrag. Durch die weitgehende Automatisierung des Verfahrens werden die Aufwände für alle Seiten klein gehalten. Der Lizenzierungsservice wird seitens der DNB kostenfrei angeboten.

Registrierung für VW-LiS und Beitritt zum Rahmenvertrag:
Um Ihre Institution für den Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) zu registrieren, wenden Sie sich bitte an vergriffene.werke@dnb.de . Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzten, um Ihr Nutzerkonto anzulegen.
Das Formular zum Beitritt des Rahmenvertrags zur Nutzung von vergriffenen Werken in Büchern erhalten Sie direkt von der VG Wort, unmittelbar nach dem Sie Ihre erste Lizenz beantragt haben.

Der Lizenzierungsservice erleichtert die Ermittlung vergriffener Werke:
Um für ein Werk eine Nutzungslizenz erwerben zu können, muss es vergriffen sein. Durch einen automatisierten Abgleich gegen Verzeichnisse des Buchhandels ermittelt die DNB den Lieferbarkeitsstatus für die Werke, die den rechtlichen Anforderungen entsprechen (§ 51) und im Katalog der DNB verzeichnet sind. Sowohl über die Suche im Katalog der DNB als auch über die Suche von Verbund-IDs oder den Upload von Listen mit bis zu 1.000 Titeln kann eine Institution den Lieferbarkeitsstatus der Werke feststellen, für die sie eine Lizenzierung plant, und direkt vom Suchergebnis den Schritt zur Lizenzbeantragung gehen.

Der Lizenzierungsservice erleichtert den Lizenzerwerb:
Sind vergriffene Titel identifiziert, bietet der Lizenzierungsservice die Möglichkeit, Anträge für eine Lizenzierung der betreffenden Werke zu stellen, sofern die bibliografischen Mindestanforderungen erfüllt sind (§ 52 VGG). Die Beantragung kann für einzelne Titel, aber auch für ein umfangreicheres Titelset gebündelt stattfinden. Dies geschieht aus der Nutzeroberfläche des Lizenzierungsservice heraus, dabei werden die Anträge direkt an die VG Wort übermittelt. Mit dem Eingang des Lizenzantrags veranlasst die VG Wort zudem automatisch die Eintragung aller beantragten Werke im Register des DPMA.

Der Lizenzierungsservice erleichtert die Bearbeitung und Organisation von Lizenzanträgen:
In ihrem Benutzungskonto kann eine Institution verfolgen, ob sich ihre Anträge noch in Bearbeitung befinden. Die letztendliche Einräumung der Lizenz erfolgt direkt zwischen VG Wort und beantragender Institution. Ob eine Lizenz eingeräumt oder die Lizenzerteilung abgelehnt wurde, wird ebenfalls im Benutzungskonto angezeigt. Für die Selektion und Weiterverarbeitung von Titeldaten, die den Lizenzierungsprozess durchlaufen haben, können die Lizenzanträge im Benutzungskonto anhand mehrerer Filteroptionen sortiert und als CSV-Datei heruntergeladen werden.

Letzte Änderung: 25.09.2018

Kurz-URL: http://www.dnb.de/vwlis

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