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Fragen und Antworten zu den RDA

Häufig gestellte Fragen

Was ist RDA?

Die Abkürzung RDA steht für "Resource Description and Access" und ist der Titel eines internationalen Standards für die Erschließung von Ressourcen in Bibliotheken, Archiven und Museen. RDA ist auf die digitale Welt ausgerichtet und bietet einen flexiblen Rahmen zur Beschreibung sowohl von analogen als auch digitalen Ressourcen. Daten, die nach RDA erzeugt wurden, sollen leicht an neue und künftig entstehende Datenbankstrukturen anzupassen sein.

Warum beschäftigen wir uns mit RDA?

Im Mai 2012 hat der Standardisierungsausschuss die Einführung des Standards Resource Description and Access (RDA) in allen in diesem Gremium vertretenen Verbünden und Institutionen beschlossen und damit verbunden auch die endgültige Ablösung der Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK), deren Entwicklung bereits seit Ende 2001 im Wesentlichen eingestellt wurde.

Die RAK, das Regelwerk, nach dem in Deutschland und Österreich bisher überwiegend katalogisiert wird, wurden in den 60er- und 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt und basieren auf den Anforderungen der Formalerschließung und des Rechercheverhaltens der Benutzer in dieser Zeit. Beides hat sich ebenso wie die gesamte Informationslandschaft durch die zur Verfügung stehenden Technologien seit der Etablierung des Internets grundlegend verändert. Die Anforderungen an Bibliotheken sind heute andere, und an die Stelle von Zettelkatalogen sind Online-Kataloge und Suchmaschinen getreten. Es gibt neue Publikationsformen, die neue Bearbeitungsmethoden erfordern und in den Arbeitsabläufen berücksichtigt werden müssen.

National wie international sind Bibliotheken näher zusammengerückt und suchen auch Kooperationen mit anderen kulturellen und informationstechnischen Einrichtungen (Museen, Archive und andere). Bibliografische Daten bewegen sich zunehmend über globale Netze und sind immer seltener in engen Kontexten eingeschlossen. Um die Vorteile des Datenaustauschs nutzen zu können, wird Interoperabilität durch gemeinsame, internationale Formate und Standards immer wichtiger. Nationale Regelwerke hingegen erschweren sowohl den Austausch der Daten als auch die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Daher bedarf es eines aktuellen Regelwerks, das diesem neuen und internationalen Arbeitsumfeld Rechnung trägt.

RDA berücksichtigt - stärker als es in einer neuen Überarbeitung der gegenwärtig verwendeten Regelwerke möglich gewesen wäre - neue Publikationsformen, Informationsumgebungen und -technologien, auch im Hinblick auf Metadaten und das Semantic Web. Außerdem orientiert sich RDA in Struktur und Terminologie an den von der IFLA erarbeiteten Modellen Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR), Functional Requirements for Authority Data (FRAD) sowie dem Statement of International Cataloguing Principles (ICP).

Wer ist für die Entwicklung von RDA zuständig?

Das Joint Steering Committee for Development of RDA (JSC) ist für die Entwicklung von RDA zuständig. Das JSC besteht aus Repräsentanten der American Library Association (ALA), des Australian Committee on Cataloguing (ACOC), der British Library (BL), des Canadian Committee on Cataloguing (CCC), des Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP), der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und der Library of Congress (LoC). Die Liste der Mitglieder steht auf der JSC-Website zur Verfügung.

Zur Bearbeitung von speziellen Sachverhalten und auch zu technischen Fragen hat das JSC eine Reihe von Arbeitsgruppen ins Leben gerufen unter anderem die JSC Music Working Group, die JSC Places Working Group, die RDA/ONIX Framework Working Group, die JSC Technical Working Group. Informationen über die jeweilige Zusammensetzung und den Arbeitsauftrag der Gruppen stehen auf der Website des JSC zur Verfügung.

Wer sind die Auftraggeber des JSC?

Das JSC berichtet dem Committee of Principals (CoP), das sind Vertreterinnen und Vertreter der British Library, der Deutschen Nationalbibliothek, von Library and Archives Canada, der Library of Congress und der National Library of Australia sowie der Bibliotheksverbände American Library Association, Canadian Library Association und Chartered Institute of Library and Information Professionals.

Was ist der Unterschied zwischen RDA und dem RDA Toolkit?

RDA ist der Name des Standards, der in erster Linie als Bestandteil eines Online-Produkts vertrieben wird. Dieses Online-Produkt heißt RDA Toolkit und bietet neben dem reinen Regelwerkstext in mittlerweile vier Sprachen unter anderem auch eine Sicht auf RDA, die von den Datenelementen ausgeht: das RDA Elemente-Set. Darüber hinaus gibt es im RDA Toolkit weitere Inhalte, beispielsweise sind dort auch die Anwendungsregeln (englisch Policy Statements) verschiedener Communitys enthalten.

Was gehört zum RDA Toolkit?

Neben dem reinen Regelwerkstext enthält das RDA Toolkit eine Reihe von hilfreichen Werkzeugen und Materialien. Insgesamt ist folgendes enthalten:

  • Die RDA-Bestimmungen zum Durchsuchen und Navigieren auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch
  • Zwei verschiedene Sichtweisen auf den Inhalt von RDA - über das Inhaltsverzeichnis und über das Elemente-Set mit entsprechenden Suchmöglichkeiten
  • Die Anwendungsrichtlinien für den deutschen Sprachraum (D-A-CH-AWR), die Library of Congress Program for Cooperative Cataloguing Policy Statements (LC PCC PS) und weitere Policy Statements, die auch ohne Lizensierung des RDA-Toolkits zugänglich sind
  • Workflows, Mappings und andere Tools, um die Regelungen von RDA auf eigene Bedürfnisse anzupassen, und zur Unterstützung von Schulungen und Prozessen in Organisationen
  • Alles, was benötigt wird, um RDA zu evaluieren und zu implementieren, um prinzipienbasierte Katalogisierungsentscheidungen zu treffen, um die Effizienz zu steigern, um die Zusammenarbeit zu erleichtern und um dabei zu helfen, die Community für die Zukunft zu positionieren, indem bibliografische Daten über das Web zugänglich gemacht werden
  • Den Volltext der AACR2 mit Links zu den entsprechenden RDA-Regelungen und die Möglichkeit einer Suche nach RDA-Regeln anhand der Regelnummerierung der AACR2

Wer veröffentlicht RDA bzw. das RDA Toolkit?

Die drei Verbände American Library Association, Canadian Library Association und das Chartered Institute of Library and Information Professionals sind verantwortlich für die Herausgabe von RDA in der englischen Originalfassung und für das Produkt RDA Toolkit als Ganzes. Diese Verbände bzw. ihre jeweiligen Verlagsabteilungen fungieren gemeinsam als Verleger des RDA Toolkits. Sie entscheiden auch darüber, ob weitere RDA-Produkte herausgegeben werden.

Liegt der Schwerpunkt von RDA auf der Erfassung oder auf der Darstellung der Daten oder auf beidem?

Ein zentrales Anliegen von RDA ist die klare Trennung zwischen der Erfassung der Daten einerseits und ihrer Präsentation der Daten andererseits. Der Schwerpunkt von RDA liegt dabei auf der Bereitstellung von Richtlinien und Bestimmungen zum Erfassen der Merkmale von Entitäten, die in den FRBR und FRAD definiert sind, und den Beziehungen zwischen diesen Entitäten. Wie diese Daten dargestellt werden, hängt vom gewählten Erfassungs- und Ausgabeformat ab.

Ist RDA ausschließlich für die Anwendung in Bibliotheken vorgesehen?

RDA enthält ein umfassendes Set von Richtlinien und Bestimmungen zur Erschließung von Ressourcen aller Arten von Inhalten und Medien. Der Standard wurde zwar zunächst zur Anwendung in Bibliotheken entwickelt, aber es gibt auch Arbeitskontakte zu anderen Gruppen (Archive, Museen, Verlage, Lehrende, Buchhändler, Anbieter von integrierten Bibliothekssystemen usw.), um effektive Anpassungen zwischen RDA und den Metadatenstandards zu erreichen, die in diesen Communitys verwendet werden.

Wie ist RDA strukturiert?

Der Standard RDA besteht aus einer Einleitung mit einer allgemeinen Einführung, 10 Abschnitten, die sich auf das Erfassen der Merkmale der FRBR-Entitäten und auf das Erfassen der Beziehungen zwischen diesen Entitäten konzentrieren. Außerdem gibt es eine Reihe von Anhängen unter anderem zur Großschreibung, zu Abkürzungen, zu Artikeln am Titelanfang und zur Darstellung der Daten:

Erfassen der Merkmale
Abschnitt 1: Erfassen der Merkmale von Manifestationen und Exemplaren
Abschnitt 2: Erfassen der Merkmale von Werken und Expressionen
Abschnitt 3: Erfassen der Merkmale von Personen, Familien und Körperschaften
Abschnitt 4: Erfassen der Merkmale von Begriffen, Gegenständen, Ereignissen und Geografika

Erfassen der Beziehungen
Abschnitt 5: Erfassen der Primärbeziehungen zwischen Werk, Expression, Manifestation und Exemplar
Abschnitt 6: Erfassen der Beziehungen zu Personen, Familien und Körperschaften, die mit einer Ressource in Verbindung stehen
Abschnitt 7: Erfassen der Beziehungen zu Begriffen, Gegenständen, Ereignissen und Geografika
Abschnitt 8: Erfassen der Beziehungen zwischen Werken, Expressionen, Manifestationen und Exemplaren
Abschnitt 9: Erfassen der Beziehungen zwischen Personen, Familien und Körperschaften
Abschnitt 10: Erfassen der Beziehungen zwischen Begriffen, Gegenständen, Ereignissen und Geografika

Jeder Abschnitt enthält allgemeine Richtlinien und ein Kapitel für jede Entität. Jedes Kapitel steht im Zusammenhang mit einer FRBR-Benutzeranforderung. Einige Kapitel zum Erfassen der Merkmale und Beziehungen von Begriffen, Gegenständen und Ereignissen stellen zunächst Platzhalter für eine vollständige Abbildung auf die FRBR und FRAD dar und werden in künftigen RDA-Ausgaben weiter ausgearbeitet. Die Regeln zum Erfassen der Merkmale und Beziehungen von Geografika gehen zunächst nicht über den Umfang von AACR2, Kapitel 23 hinaus.

Weitere Informationen liefert das Inhaltsverzeichnis von RDA.

Was ist nicht in RDA enthalten?

Ein Anspruch von RDA ist die absolute Trennung zwischen dem Regelwerk und dem Format. Deshalb gibt es keine Vorgaben, in welchen Formaten die nach RDA erzeugten Daten abgelegt und transportiert werden sollen. Auch sind einige Kapitel noch nicht mit Leben gefüllt. Sie sollen für spätere Releases erarbeitet werden.

RDA enhält zunächst zwar keine Regeln zur Bildung oder Form von Schlagwörtern, aber es wird im Hinblick auf die Beziehung zu den FRBR-Entitäten der Gruppe 1 auf sie verwiesen. In RDA sind auch keine Regeln für die Verwendung einer bestimmten Klassifikation enthalten.

In welchem Verhältnis steht RDA zum Statement of International Cataloguing Principles?

Die Bestimmungen von RDA wurden parallel zu der Arbeit entwickelt, die von der IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) zur Überarbeitung der Pariser Prinzipien von 1961 unternommen wurde. Auch wenn die Projekte separat bearbeitet wurden, ist das Statement of International Cataloguing Principles (ICP) als Grundlage in RDA eingeflossen. Zwischen dem JSC und der IFLA besteht eine förmliche Verbindung, die durch personelle Überschneidungen bei den Mitgliedschaften in den Arbeitsgruppen ergänzt wird. Mitglieder des JSC nahmen am ersten in einer Reihe von fünf Regionaltreffen der internationalen Katalogisierungsexperten teil und wirken auch bei der Weiterentwicklung des Statement of International Cataloguing Principles mit.

Was sind die Grundlagen von RDA?

Dem Standard RDA liegen die konzeptionellen Modelle Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) und Functional Requirements for Authority Data (FRAD) sowie das Statement of International Cataloguing Principles (ICP) zugrunde. In diesen von der IFLA veröffentlichten Modellen werden spezifische Benutzeranforderungen festgelegt, die von bibliografischen Datensätzen erfüllt werden sollen: Finden, Identifizieren, Auswählen, Zugang erhalten. Zur Erfüllung dieser Anforderungen werden Entitäten und deren Merkmale sowie die Beziehungen zwischen ihnen definiert. Außerdem wird ein Set von Elementen empfohlen, die in nationalbibliografischen Datensätzen enthalten sein sollten.

RDA hat die Bezeichnungen der bibliografischen Entitäten: "Werk", "Expression", "Manifestation" und "Exemplar" und die in den FRBR definierten Merkmale als Grundlage für Datenelemente übernommen, die in bibliografischen Beschreibungen enthalten sein sollen. RDA geht auf die in den FRBR definierten Beziehungen ein und verwendet die FRBR-Benutzeranforderungen als Grundlage für die Festlegung eines Sets von Kernelementen.

Durch die FRAD wird das konzeptionelle Modell um den Bereich der Normdaten erweitert. Sie analysieren die Merkmale verschiedener Entitäten, die im Fokus von Normdaten stehen (Personen, Familien, Körperschaften, Werke, Expressionen, Manifestationen, Exemplare, Begriffe, Gegenstände, Ereignisse und Orte), die Benennungen, unter denen diese Entitäten bekannt sind, und die normierten Sucheinstiege, welche bei der Erschließung für diese erzeugt werden. Die FRAD bilden die Grundlage für die Regeln zur Normdatenkontrolle innerhalb von RDA.

Das dritte Modell der "FR"-Familie sind die Functional Requirements for Subject Authority Data (FRSAD). Sie beschäftigen sich mit inhaltserschließenden Normdaten und den Entitäten der Gruppe 3.

Innerhalb der IFLA werden die drei Modelle FRBR, FRAD und FRSAD derzeit konsolidiert. Da RDA auf diesen Modellen basiert, ist nach einer Überarbeitung der Modelle eine Anpassung des Standards zu erwarten.

Wo kann ich mehr über die Prinzipien und konzeptionellen Modelle erfahren, welche die Grundlage von RDA bilden?

RDA wurde im Einklang mit einer Reihe von Zielen und Prinzipien entwickelt, die auf dem Statement of International Cataloguing Principles basieren, das im Rahmen der IFLA Meetings of Experts on an International Cataloguing Code (IME ICC) entwickelt wurde.

Einer der wichtigsten Wege, sich auf RDA vorzubereiten, ist es daher, sich mit den zugrunde liegenden Prinzipien sowie mit den Modellen FRBR und FRAD und den damit verbundenen Benutzeranforderungen vertraut zu machen. Informationen über das Statement of International Cataloguing Principles sind über die IFLA-Website verfügbar.

Ein erster Einstieg in das Thema FRBR ist die Broschüre Was ist FRBR? von Barbara Tillett. Der Abschlussbericht zu den FRBR, der mehr Details enthält, steht auf der Website der IFLA zur Verfügung, über die Seiten der Deutschen Nationalbibliothek ist die deutsche Übersetzung (urn:nbn:de:101-2009022600) zugänglich.

Der Abschlussbericht der IFLA Working Group on the Functional Requirements for Subject Authority Records (FRSAR) wurde im Juni 2010 auf der IFLA-Website veröffentlicht. Derzeit arbeitet die FRBR Review Group der IFLA Cataloguing Section an einer Konsolidierung der Familie der Functional requirements.

Gibt es in RDA Pflichtelemente und fakultative Elemente?

Jeder Abschnitt von RDA enthält eine Liste mit den Pflichtelementen des jeweiligen Abschnitts (die sog. Kernelemente), und in der allgemeinen Einführung in Kapitel 0 ist eine vollständige Liste der Kernelemente enthalten. Die Kernelemente sollen als Minimum angegeben werden, sofern sie auf eine Ressource zutreffen und vorhanden bzw. leicht zu ermitteln sind. Für den deutschen Sprachraum wurden von der AG RDA Standard-Elemente-Sets für bibliografische und für Normdaten erarbeitet, die im RDA-Info-Wiki zur Verfügung stehen. Hier sind diejenigen Elemente verzeichnet, auf die sich die AG RDA für die Anwendung von RDA geeingt hat.

In Zeiten von Online-Systemen wird die Bedeutung der "Haupteintragung" in Frage gestellt. Wie geht RDA mit dem Begriff der "Haupteintragung" um?

Der Begriff der Haupteintragung, wie er in einem Kartenkatalog verwendet wird, ist für Online-Kataloge nicht mehr maßgeblich und wird in RDA auch nicht verwendet. Für die Erzeugung bibliografischer Zitate kann es allerdings nach wie vor notwendig sein, einen bevorzugten Sucheinstieg für Werke oder Expressionen festzulegen. Die Wahl eines bevorzugten Sucheinstiegs wird auch für das Gruppieren von Werken und Expressionen im Online-Katalog gebraucht. Der Abschnitt 2 von RDA enthält Regeln zur Bildung des bevorzugten Sucheinstiegs für Werke und Expressionen.

Wird in RDA die Interpunktion der ISBD vorgeschrieben?

Die Reihenfolge der Bereiche, Datenelemente und die Interpunktion der ISBD sind nicht vorgeschrieben. Wie die RDA-Daten in einer ISBD-Anzeige dargestellt werden können, wird in Anhang D "Syntax von Datensätzen für beschreibende Daten" gezeigt.

Wenn die ISBD nicht mehr obligatorisch sind, wird die Reihenfolge der beschreibenden Katalogisierungsdatenelemente durch die RDA-Bestimmungen vorgegeben?

In RDA werden die in der Formalerschließung verwendeten Datenelemente identifiziert. RDA enthält jedoch keine Bestimmungen, welche die Reihenfolge der Elemente im Datensatz vorgeben (diese ist vom verwendeten Datenformat abhängig), noch wird eine Reihenfolge vorgeschrieben, wie der Datensatz im Katalog angezeigt werden soll. Wenn eine Bibliothek, ein Konsortium oder eine Metadaten-Community nach wie vor die ISBD nutzen möchte, kann sie dies tun.

Gibt es eine deutschsprachige Ausgabe von RDA?

Die Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) hat RDA ins Deutsche übersetzt. Grundlage dafür ist ein Beschluss des Standardisierungsausschusses aus dem Jahr 2004, dass Deutsch weiterhin die Arbeitssprache bleibt. Seit Mai 2013 ist die deutsche Übersetzung von RDA Teil des RDA Toolkits. Eine deutschsprachige Printausgabe wurde im Juli 2013 auf dem damaligen Stand des Texts veröffentlicht. Eine aktuelle Übersetzung ist nur im RDA Toolkit enthalten. Diese ist (zusammen mit den D-A-CH-Anwendungsrichtlinien) das Arbeitsinstrument für die Kolleginnen und Kollegen, die im Bereich Erschließung arbeiten. Grundlage für die laufende Regelwerks- und Standardisierungsarbeit ist jedoch prinzipiell der englischsprachige Originalstandard.

Werden für die Einführung von RDA Schulungen notwendig sein?

Wie bei jedem neuen Standard wird es für die Anwenderinnen und Anwender auch im Fall von RDA nützlich sein, entsprechende Schulungen zu besuchen. Wer bereits mit den AACR2 vertraut ist, dem sollte nach Aussage des JSC die Anwendung der RDA leicht fallen, sobald er bzw. sie sich mit dem Aufbau und Terminologie vertraut gemacht hatn Für die Einführung von RDA in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz sind Schulungen vorgesehen. Die Deutsche Nationalbibliothek erarbeitet derzeit gemeinsam mit der Themengruppe Schulungen der AG RDA Schulungsmaterialien, die ab April 2015 zur Verfügung stehen. Eine FRBR-Schulung und RDA-Podcasts wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt erarbeitet und auf der Website der DNB zur Verfügung gestellt.

Was ist mit Schulungen für neue Kolleginnen und Kollegen, Studierende und alle anderen?

Wer sich zum ersten Mal mit einem Erschließungsstandard beschäftigt, muss zunächst ein Verständnis für die Prinzipien der Katalogisierung entwickeln. Dazu gehört auch ein Verständnis für den Sinn der Erschließung und die Notwendigkeit, diese in standardisierter Form vorzunehmen. Katalogisierungsanfängerinnen und -anfänger brauchen darüber hinaus auch ein grundsätzlicheres Verständnis darüber, wie unterschiedliche Communitys (Bibliotheken, Archive, Museen, Metadaten-Communitys) Metadaten für die Beschreibung ihrer Bestände anbieten. Diskussionen zu diesen Themen sollen Teil der Schulungen für diese Zielgruppe und in Kursen an bibliothekarischen Ausbildungsstätten sein.

Die Arbeitsstelle für Standardisierung informiert regelmäßig über den Entwicklungsstand von RDA auf der Website der Deutschen Nationalbibliothek und im Newsletter Standardisierung und Erschließung sowie bei zahlreichen Fachveranstaltungen. Darüber hinaus steht die Arbeitsstelle als Ansprechpartnerin in allen Fragen, die mit RDA zusammenhängen, zur Verfügung.

Wann ist mit einer Anwendung des Standards im deutschsprachigen Bereich zu rechnen?

Im Mai 2012 hat der Standardisierungsausschuss die Einführung von RDA in allen in diesem Gremium vertretenen Verbünden und Institutionen beschlossen. Mit der Implementierung von RDA in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz geht ein lange gehegtes Desiderat - die Internationalisierung der Regelwerke - in Erfüllung.

Nach dem von der AG RDA erarbeiteten und vom Standardsisierungsausschuss gebilligten Zeitplan werden seit Mitte 2014 die Normdaten der GND nach RDA erfasst, die Titeldaten ab Oktober 2015. Bis Anfang 2016 sollen dann alle im Standardisierungsausschuss vertretenen Bibliotheksverbünde und Institutionen nur noch nach RDA katalogisieren.

Warum werden für RDA Anwendungsrichtlinien benötigt?

An verschiedenen Stellen des Regelwerks werden Entscheidungen darüber, zum Beispiel in welcher Sprache bzw. Schrift eine Aufnahme angelegt werden soll, in das Ermessen der jeweiligen nationalbibliografischen Agenturen gestellt. Außerdem werden an einigen Stellen Optionen und Alternativen angeboten, so dass für eine tatsächliche Austauschbarkeit der Daten sowohl national als auch international eine Einigung darüber notwendig ist, wie in Zweifelsfällen oder bei Ermessensfragen entschieden werden soll. Die vom Standardisierungsausschuss eingesetzte Arbeitsgruppe (AG RDA) hat die erforderlichen Anwendungsrichtlinien für den deutschen Sprachraum (D-A-CH-AWR) kooperativ erarbeitet. Diese sind sowohl direkt im RDA Toolkit an den entsprechenden Regelwerksstellen verlinkt als auch innerhalb des RDA Toolkits ohne Lizensierung zugänglich.

An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?

Sollten Sie Fragen haben, die hier nicht beantwortet wurden, können Sie sich selbstverständlich gerne an die wenden.

Letzte Änderung: 26.3.2015

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