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Standardisierung

Kurz-Url: www.dnb.de/sta

Die Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) leitet und koordiniert die hauptamtliche Standardisierungsarbeit in Deutschland und führt die Geschäfte des Standardisierungsausschusses. Auch das Sekretariat der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme ist hier angesiedelt.

In enger Zusammenarbeit mit den Bibliotheken und Bibliotheksverbünden der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und Teilen der Schweiz strebt die Deutsche Nationalbibliothek dabei die Internationalisierung der bibliothekarischen Standards an. Dazu gehören Regelwerke (z.B. RAK, RDA, RSWK, DDC), Austauschformate (z.B. MAB2, MARC 21) oder Metadatenformate (z.B. Dublin Core, ONIX, LMER) sowie Normdateien. In diesem Rahmen greift die AfS neue Entwicklungen offensiv auf, koordiniert die vielfältigen Aktivitäten innerhalb der Deutschen Nationalbibliothek und stimmt sie aktiv im internationalen Kontext ab.

Die Deutsche Nationalbibliothek ist Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Standardisierungsgremien. Derzeit arbeitet die Arbeitsstelle für Standardisierung in folgenden Kernbereichen, die eng miteinander in Beziehung stehen:

Regelwerke für Formal- und Sacherschließung

Im Mai 2012 hat der Standardisierungsausschuss die Einführung des Standards Resource Description and Access (RDA) in allen in diesem Gremium vertretenen Verbünden und Institutionen und damit die endgültige Ablösung der Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) beschlossen, deren Entwicklung bereits seit Ende 2001 im Wesentlichen eingestellt wurde. Mit der Implementierung der RDA im deutschsprachigen Raum geht ein lange gehegtes Desiderat – die Internationalisierung der Regelwerke – in Erfüllung.

Obgleich die RDA eigene Kapitel für die Inhaltserschließung vorsehen, ist auf absehbare Zeit mit der Ausgestaltung dieser Kapitel nicht zu rechnen. Das bisher im deutschsprachigen Raum verwendete Regelwerk zur verbalen Sacherschließung RSWK soll daher überarbeitet und dabei deutlich verschlankt werden. Im Bereich der klassifikatorischen Inhaltserschließung arbeitet die Deutsche Nationalbibliothek mit der Webanwendung WebDewey Deutsch und dem Retrievaltool WebDewey Search.

Internationalisierung der Regelwerke

Datenformate und Kommunikationsschnittstellen

Der Bereich Formate und Kommunikationsschnittstellen deckt einerseits die klassischen bibliografischen Datenformate ab, früher das MAB-Format, seit dem Umstieg schwerpunktmäßig das international angewendete Format MARC 21 und mit ihm verwandte Standards wie MODS und MADS. Andererseits stehen bei den Kommunikationsschnittstellen insbesondere die Arbeitsbereiche der Entwicklung standardisierter Verfahren zur Online-Kommunikation zwischen Systemen (Online-Übertragung von Datensätzen, Update-Funktion und Replikationsverfahren) im Fokus.

Enge Verbindungen existieren zum Bereich Metadaten, zunehmend kommen auch bibliografisch relevant werdende Web-Standards in den Blick, wie Linked Data/Open Data und RDF. Mit der „Bibliographic Framework Transition Initiative“ der Library of Congress beginnt sich ein Rahmenkonzept abzuzeichnen, innerhalb dessen die vorhandenen und auch neu zu definierenden Ansätze aufeinander zu beziehen sein werden. Die Deutsche Nationalbibliothek ist in diese Arbeiten einbezogen und arbeitet aktiv daran mit.

Metadaten

Metadaten sind (strukturierte) Daten, die eine Ressource, eine Entität, ein Objekt oder andere Daten beschreiben. Sie können darüber hinaus dem Auffinden, der Verwendung sowie der Verwaltung einer Ressource, einer Entität etc. dienen. Der Begriff Metadaten wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Im informationswissenschaftlichen und bibliothekarischen Kontext versteht man hierunter Daten, die der Beschreibung von elektronischen Ressourcen dienen. Der Trend geht jedoch dahin, den Begriff Metadaten auch für Daten und Kataloge in Datenbanken zu verwenden, die nicht-elektronische Ressourcen beschreiben.

Die Deutsche Nationalbibliothek verfolgt seit langem die Entwicklungen im Bereich Metadaten und gestaltet sie aktiv mit. Durch die Entwicklung neuer Standards wie XMetaDiss und LMER bringt die Deutsche Nationalbibliothek ihre Fachkompetenz im Bereich Metadaten in die allgemeine Anwendungsentwicklung und -umsetzung ein. Gemeinsam mit Archiven und Museen werden Lösungen erarbeitet, um unterschiedliche Metadatenstandards zusammenzuführen. Die Deutsche Nationalbibliothek wird die Entwicklungsarbeiten des Erschließungsstandards RDA zu einem Semantic-Web-konformen Standard inhaltlich begleiten und so ihre langjährige Erfahrung und Expertise im Bereich der Regelwerks- und Metadatenarbeit einbringen.

Durch die Mitarbeit in nationalen und internationalen Standardisierungsgremien, der Dublin Core Metadata Initiative (DCMI), dem ONIX International Steering Committee sowie dem METS Editorial Board beteiligt sich die Deutsche Nationalbibliothek aktiv an der Entwicklung international anerkannter Metadatenstandards. In die Arbeit der IFLA Working Group on Metadata sind zahlreiche Anregungen eingeflossen. Auch im Kontext von The European Library, dem Portal der Nationalbibliotheken Europas, der Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) ist die Deutsche Nationalbibliothek maßgeblich an Standardisierungs- und Entwicklungsarbeiten beteiligt.

Normdateien

Normdateien sind neben den bibliografischen Datenbanken unverzichtbare Bestandteile der bibliothekarischen Erschließung. Sie dienen dazu, Vorzugsbenennungen festzulegen, unterschiedliche Sucheinstiege zusammenzuführen sowie Erläuterungen und Definitionen festzuhalten.

Die kooperativ gepflegte, an der Deutschen Nationalbibliothek entwickelte und geführte Gemeinsame Normdatei (GND) ist eine moderne, web-fähige Normdatei, die alle Entitätentypen umfasst und ein eindeutiges Bezugssystem für die bibliografischen Daten der Bibliotheken sowie für die Erschließungsdaten anderer Anwender wie Archive, Museen, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen und Projekte bietet. Sie ist geeignet, die vielfältigen Ressourcen und Informationsangebote der Bibliotheken und anderer Kultureinrichtungen im deutschsprachigen Raum miteinander zu vernetzen und zugreifbar zu machen. Die frühere funktionale Differenzierung in Normdaten für die Formalerschließung und Normdaten für die Sacherschließung wurde dabei zu Gunsten einer objektorientierten Sicht aufgegeben. Die GND wird im Format MARC 21 ausgetauscht und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Implementierung der RDA im deutschsprachigen Raum dar.

Die GND ist auch Bestandteil des Virtual International Authority File (VIAF), in dem nationale Normdateien in einer internationalen, virtuellen Normdatei zusammengeführt werden.

Letzte Änderung: 26.9.2014

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