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Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut

Ziel

Die meisten Papiere, die seit der Industrialisierung zwischen ca. 1850 und 1980 hergestellt wurden, enthalten ligninhaltige Fasern (Holzschliff) und saure Substanzen, die bei der Leimung zum Einsatz kamen. Die Folge ist Papier, das mit der Zeit seine Stabilität verliert, braun und brüchig wird und schließlich nicht mehr zu benutzen ist. Bibliotheken und Archive setzen deshalb seit den 1990er-Jahren Verfahren zur Entsäuerung ein. Die Behandlung zielt dabei auf Verbesserung der Dauerhaftigkeit der Papiere ab, indem die vorhandene Säure neutralisiert und eine alkalische Reserve eingebracht wird. Ob ein Papier erfolgreich entsäuert wurde, ist allerdings optisch und haptisch nicht zu erkennen.

Im Projekt "Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut" wurde auf der Basis naturwissenschaftlicher Untersuchungen die Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung evaluiert. Grundlage bildeten die Bestände der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, die zwischen 1994 und 2006 bzw. 1998 und 2006 entsäuert wurden. Die chemischen Analysen wurden am Department für Chemie der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt. Neben dem pH-Wert und der alkalischen Reserve wurde mit Hilfe einer künstlichen Alterung das Langzeitverhalten der entsäuerten Papiere untersucht. Als wichtiges Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der Effekt der Entsäuerung desto stärker ausfällt, je geringer die Schädigung zu Beginn der Behandlung bereits fortgeschritten war. Im Idealfall lässt sich der Abbau des Papiers durch die Entsäuerung in etwa um den Faktor drei verlangsamen - ganz aufzuhalten ist er allerdings nicht.

Damit ist den entsäuernden Einrichtungen eine wichtige Entscheidungshilfe für die wirtschaftliche Verwendung der Mittel zur Langzeitsicherung von Bibliotheks- und Archivgut an die Hand gegeben. Die Auswahl der Bücher für die Entsäuerung sollte zukünftig weiter optimiert werden, um einen möglichst hohen Wirkungsgrad der Maßnahmen zu erreichen. Im Verlauf des Projekts hat sich zudem die große Bedeutung der Anwendung und Weiterentwicklung von verbindlichen Standards für die Qualitätskontrolle gezeigt.

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Filmdokumentation des Projektes


Abschlusskonferenz am 26. Oktober 2010 in Frankfurt am Main

Projektpartner

Projektträger

Gefördert im KUR-Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

Logo der Kulturstiftung des Bundes Kulturstiftung des Bundes

Logo der Kulturstiftung der Länder Kulturstiftung der Länder

Projektdauer

1. Juli 2008 - 31. Dezember 2010

Letzte Änderung: 4.4.2012

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