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ARROW - Accessible Registries of Rights Information and Orphan Works towards Europeana

Ziel

Mit über neun Millionen publizierter Titel hat das 20. und beginnende 21. Jahrhundert einen Anteil von etwa 80% an allen im deutschen Sprachraum veröffentlichten Druckwerken. Um den Zugang zu den enthaltenen Informationen für die Zukunft zu sichern, ist der rasche Einstieg in eine massenhafte Digitalisierung nötig. Allerdings unterliegen die meisten Werke des 20. Jahrhunderts dem Schutz des Urheberrechts, was die vorherige Lizenzierung durch den oder die Rechteinhaber erforderlich macht.

Vor diesem Hintergrund war es das Ziel des Projekts ARROW, die Ermittlung von Urheberrechtsinhabern bei vergriffenen Werken durch die europaweite Vernetzung relevanter Datenquellen und eine automatisierte Abfragemöglichkeit deutlich zu erleichtern. Zugleich wurde ein Nachweisregister von Werken angelegt, deren Rechteinhaber nicht mehr zu identifizieren oder zu lokalisieren sind (so genannte "verwaiste Werke"). Darüber hinaus sollten Modelle für den integrierten Zugang zu kostenpflichtigem und kostenfreiem digitalen Content entwickelt werden. Eine große Rolle spielte dabei die enge Anbindung von ARROW an die "Europeana" , Europas Bibliothek, Archiv und Museum in digitaler Form.

Neben der Mitarbeit in den technischen Arbeitspaketen des Projekts wurden an der Deutschen Nationalbibliothek anhand eines ausgewählten Bestands an urheberrechtlich geschützten Büchern verschiedene juristische Fragestellungen und die erforderlichen Arbeitsabläufe der Rechteklärung Titel für Titel geprüft. Testfall für diese Untersuchungen war das Archiv der Schönsten deutschen Bücher aus dem Wettbewerb der Stiftung Buchkunst.

Neelie Kroes, Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission und zuständig für die Digitale Agenda, betonte in ihrer Ansprache anlässlich des offiziellen Projektendes das hohe Potenzial von ARROW und wies darauf hin, dass ARROW in der Zukunft das europäische Portal werden könnte, auf dem Informationen zum urheberrechtlichen Status von Publikationen und zu beteiligten Rechteinhabern zu finden sind.

Mit dem Abschluss des Projekts steht nun ein funktionsfähiger Prototyp des Systems zur Verfügung, der in einem Folgeprojekt "ARROW plus" weiter ausgebaut und optimiert werden soll.

Projektpartner

Deutsche Nationalbibliothek und mehrere weitere europäische Nationalbibliotheken, außerdem Vertreter von Rechteverwertungsgesellschaften sowie verschiedene europäische Verlegerverbände

Projektkoordination

Associazione Italiana Editori (AIE)

Projektträger

Europäische Kommission, Förderprogramm eContentplus

Projektdauer

1. September 2008 - 28. Februar 2011

Projekthomepage

http://www.arrow-net.eu

Publikationen

  • Jaeger, Thomas: ARROW - ein neues EU-Projekt zur Klärung von Urheberrechten bei vergriffenen und verwaisten Werken. In: Dialog mit Bibliotheken 20, 2008/2, S. 35-38 urn:nbn:de:101-20090511312
  • Jaeger, Thomas; Kolbe, Ines: Das Projekt ARROW - Ein Resümee. In: Dialog mit Bibliotheken 23, 2011/2, S. 22-31 urn:nbn:de:101-2012030878

Letzte Änderung: 10.04.2012

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