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Jahresbericht 2006

Von Generaldirektorin Dr. Elisabeth Niggemann

Vorbemerkung

Im Jahresbericht 2006 blicken wir auf ein Jahr zurück, das für die Deutsche Nationalbibliothek von herausragender Bedeutung war. Mit der Novellierung des gesetzlichen Auftrages nahm der Deutsche Bundestag eine richtungweisende Erweiterung des Sammelauftrages vor. In der Umbenennung in Deutsche Nationalbibliothek kommt ihre Aufgabe deutlich zum Ausdruck. Das Zusammenwachsen der Bibliotheken in Leipzig, Frankfurt und Berlin nach der Wiedervereinigung Deutschland findet in diesem neuen, gemeinsamen Namen Abschluss und äußeres Zeichen.

Für die Deutsche Nationalbibliothek und ihre Mitarbeiter ist das Aufforderung und Ansporn, ihre Rolle im nationalen und internationalen Bibliothekswesen wahrzunehmen und die ihr Übertragenen Aufgaben mit aller Kraft und Engagement zu erfüllen. Im Jahresrückblick fassen wir die wichtigsten Bereiche und Arbeitsschwerpunkte zusammen.

Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek

Am 29. Juni 2006 trat das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek in Kraft. Es läst das Gesetz über die Deutsche Bibliothek aus dem Jahr 1969 ab. Wesentlicher Anlass für die Novellierung des Gesetzes war die Aufnahme von Netzpublikationen in den Sammelauftrag der Bibliothek. Nach Jahren der Vorbereitung und des Sammelns von Erfahrungen über den Umgang mit Netzpublikationen hat die Deutsche Nationalbibliothek damit einen Sammelauftrag, der den modernen Entwicklungen im Publikationswesen gerecht wird. Zwei weitere bemerkenswerte Veränderungen sind in dem Gesetz verankert. Zum einen die Umbenennung in »Deutsche Nationalbibliothek«, in der die Funktion der Bibliothek als nationales bibliografisches Zentrum Deutschlands zum Ausdruck kommt, zum anderen die Erweiterung des Verwaltungsrates um zwei Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Corporate Design

Die mit dem neuen Gesetz einhergehende Umbenennung Der Deutschen Bibliothek in Deutsche Nationalbibliothek wurde mit Inkrafttreten des Gesetzes in allen Materialien der Außen- und Innendarstellung nachvollzogen. In einem ersten Schritt wurde im bestehenden Logo der Name ausgetauscht. Im nächsten Schritt wurde im Oktober 2006 die Agentur Claus Koch beauftragt, für die Bibliothek ein neues Erscheinungsbild zu erarbeiten, in dem Bedeutung und Selbstverständnis der Deutschen Nationalbibliothek zum Ausdruck kommen. Der Prozess der Logoentwicklung sowie der Erstellung eines neuen Corporate Designs wird Ende 2007 abgeschlossen sein.

Netzpublikationen

Die Deutsche Nationalbibliothek hat mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes den Auftrag der Sammlung, Erschließung, Verzeichnung und Archivierung von Netzpublikationen erhalten. Zum Sammelgebiet Netzpublikationen gehören alle Darstellungen in Schrift, Bild und Ton, die in öffentlichen Netzen zugänglich gemacht werden. Die Abgabepflicht umfasst sowohl Internetveröffentlichungen mit Entsprechungen zum Print-Bereich als auch web-spezifische Medienwerke. Die Konkretisierung des erweiterten gesetzlichen Auftrages wird durch Neufassung der Pflichtablieferungsverordnung und der Sammelrichtlinien im Laufe des Jahres 2007 erfolgen. Basierend auf einer mehrjährigen Testphase gemeinsam mit Verlagen und verlegenden Stellen hat die Deutsche Nationalbibliothek bereits Strategien zur Sammlung, Verzeichnung und Archivierung entwickelt. Um dem wachsenden Informationsbedarf zu Netzpublikationen und den Ablieferungsverfahren nachzukommen, wurde pünktlich zur Frankfurter Buchmesse die Website http://info-deposit.d-nb.de als weiteres Angebot im Rahmen des Portals der Deutschen Nationalbibliothek frei geschaltet.

Erweiterungsbau Leipzig

Anfang 2006 genehmigte das Bundesfinanzministerium den 1. Nachtrag zum Plan des 4. Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Damit sind die Integration des Deutschen Musikarchivs in das Leipziger Gebäude und die notwendige Sanierung der Fassaden des Bücherturms nach ihrer baufachlichen Genehmigung nun auch haushaltsmäßig anerkannt. Die Entwurfsplanung wurde nach intensivem Austausch zwischen allen Beteiligten, der Bauverwaltung, den Architekten, den Planern und der Deutschen Nationalbibliothek im August 2006 bestätigt. Anfang Februar 2007 beginnt die Einrichtung der Baustelle, im Sommer soll die Baugrube ausgehoben werden.
Für die Planungen der Ausstellungsräume des Deutschen Buch- und Schriftmuseums hat sich die Deutsche Nationalbibliothek bereits 2005 Unterstützung durch die renommierte Beratungsfirma LORD Cultural Resources Planning & Management, Berlin geholt. Deren ausführliche »Studie zur Neukonzeption des Deutschen Buch- und Schriftmuseums in Leipzig« bildete die Grundlage für die Ausschreibung zur Erarbeitung einer Ausstellungskonzeption unter Einbeziehung eines Konzeptes für die Öffentlichkeitsarbeit. Den Auftrag hat die ARGE Iglhaut + Partner und Westphal Grafik Design erhalten.

Standardisierung

Auf dem Weg zur Internationalisierung der deutschen Regelwerke, Formate und Normdateien ist die Arbeitsstelle für Standardisierung im Berichtsjahr entscheidende Schritte vorangekommen. Der Beschluss des Standardisierungsausschusses MARC 21 als Austauschformat für alle deutschsprachigen Bibliotheken einheitlich anzuwenden, beinhaltet den Auftrag an die Deutsche Nationalbibliothek und die Expertengruppe Datenformate, die obligatorische Verwendung von MARC 21 vorzubereiten. Im Mittelpunkt der Arbeit standen 2006 eine Konkordanz von MAB2 nach MARC 21 sowie Überlegungen für die Behandlung von Feldern und Funktionen, die in MARC 21 nicht darstellbar sind, aber für den nationalen Datentransfer möglicherweise benötigt werden. Der Formatumstieg wird durch die Andrew W. Mellon Foundation, New York, und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.
Die Arbeitsstelle für Standardisierung hat 2006 in Zusammenarbeit mit den Expertengruppen des Standardisierungsausschusses drei Stellungnahmen zu Entwürfen des Regelwerkes »Resource Description and Access (RDA)« erarbeitet und sich an der internationalen Diskussion zum »Statement of International Cataloguing Principles« beteiligt.
Die Deutsche Nationalbibliothek übernimmt für weitere drei Jahre den Vorsitz des Advisory Boards der IFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS) und stellt damit auch weiterhin das Sekretariat.
Innerhalb des im Rahmen von ICABS durchgeführten Projektes »Virtual International Authority File - VIAF« entwickeln die Library of Congress, die Deutsche Nationalbibliothek und OCLC - zunächst für Personennamen - gemeinsam eine virtuelle, internationale Normdatei, in der die Normdatensätze der nationalen Normdateien im Web frei zugänglich miteinander verbunden werden sollen. In dem Projekt wurde bereits nachgewiesen, dass die Datensätze des Library of Congress Name Authority File (LCNAF) und der Personennamendatei verlässlich über ein automatisches, algorithmusgesteuertes Verfahren angeglichen und zusammengeführt werden können. Nächste Projektschritte nach dem Aufbau der VIAF-Datenbank werden die Einführung eines Update-Services sowie von Benutzerservices sein.
Seit Mitte 2002 arbeitet eine Projektgruppe der Deutschen Nationalbibliothek an der Vorbereitung und Umsetzung der Teilnahme der Deutschen Nationalbibliothek an der Zeitschriftendatenbank. Im Berichtsjahr konnte das gemeinsame Datenformat DNB - ZDB, das in intensiver Zusammenarbeit mit der Zentralredaktion der ZDB entstand, fertiggestellt werden. Der Start der Online-Katalogisierung in die ZDB ist für das Frühjahr 2007 geplant.

DDC Deutsch, Sacherschließungskonzept

Das neue Sacherschließungskonzept der Deutschen Nationalbibliothek sieht seit Bibliografiejahrgang 2006/2007 eine einheitliche, umfassende Erschließung durch alle Bibliografiereihen mit der Dewey Decimal Classification (DDC) vor. Schon seit 2006 wird die DDC in den Reihen B und H flächendeckend in allen Fächern vergeben. Mit Beginn des Jahrgangs 2007 wird in der Reihe A zusätzlich zur Vergabe von RSWK-Schlagwortketten die Erschließung mit DDC eingeführt.

Archivalienkatalog des Deutschen Exilarchivs 1933 - 1945

Im September 2006 wurde der Archivalienkatalog des Deutschen Exilarchivs 1933 - 1945 frei geschaltet. Er umfasst die Titeldaten der Archivalien seit dem Zugangsjahr 2005. Die Gliederungsstufen des Kataloges reichen von einer Übersicht über die Bestände und kurzen Nachlassbeschreibungen über Nachlassübersichten bis zu Einzelkatalogisaten.

Internationale Aktivitäten

Die Deutsche Nationalbibliothek war 2006 auf europäischer und internationaler Ebene sehr aktiv. Sie ist an mehreren EU-gefärderten Projekten gleich in doppelter Funktion beteiligt: als Deutsche Nationalbibliothek und als Sitz der Vorsitzenden der Konferenz der Europäischen Nationalbibliothekare (CENL). Der Online-Katalog der europäischen Nationalbibliotheken The European Library, ein Webservice von CENL, wurde weiter ausgebaut, sowohl hinsichtlich seiner Funktionalitäten als auch hinsichtlich der teilnehmenden Bibliotheken. über das Projekt TEL-ME-MOR, das im Frühjahr 2007 abgeschlossen wird, sind die Nationalbibliotheken der neuen EU-Mitgliedsstaaten an The European Library angeschlossen worden. Über das EU-Projekt European Digital Library project (EDL), das im September 2006 startete, werden sich weitere neun europäische Nationalbibliotheken an The European Library beteiligen. Damit werden Ende 2007 32 von 47 CENL-Mitgliedsbibliotheken Vollmitglieder von The European Library sein und ihre Kataloge, Sammlungen und frei zugänglichen Online-Ressourcen für dieses Portal suchbar und zugänglich machen. Die Deutsche Nationalbibliothek ist Vollmitglied von The European Library und hat die Koordinierung sowohl von TEL-ME-MOR als auch von EDLproject inne.

Aus einer anderen, ergänzenden Richtung trägt das Projekt MichaelPlus zum Aufbau der europäischen digitalen Bibliothek bei. Anders als bei The European Library werden in MichaelPlus bibliografische Beschreibungen von Sammlungen (nicht von einzelnen Objekten) zusammengestellt und sollen sowohl über ein nationales als auch über ein europäisches Portal zugänglich gemacht werden. In MichaelPlus werden nicht nur Bibliothekssammlungen, sondern auch Sammlungen von Museen und Archiven berücksichtigt. Damit soll über MichaelPlus ein breiter Zugang zum europäischen kulturellen Erbe ermöglicht werden. Die Deutsche Nationalbibliothek ist Partner im deutschen Konsortium, das im Juni 2006 für zwei Jahre seine Arbeit aufgenommen hat.

Benutzung

Von 13.854 Benutzerinnen und Benutzern wurden in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig an 295 Öffnungstagen 469.167 Bestellungen aufgegeben. Am Frankfurter Standort bestellten 21.573 Leserinnen und Leser an 295 Öffnungstagen 474.865 Werke zur Benutzung im Lesesaal.

Bestand und herausragende Neuerwerbungen

Der Bestand der Deutschen Nationalbibliothek wuchs am Standort Leipzig im Berichtsjahr um rund 333.268 Einheiten auf insgesamt 13.955.082 Einheiten. Der Bestand des Frankfurter Standortes (einschließlich Deutsches Musikarchiv und GEMA-Notenbestand) wuchs um 300.613 Einheiten auf insgesamt 9.569.416 Einheiten. Der Bestand der Online-Hochschulschriften stieg um 9.629 auf 49.285 Einheiten.
Das Deutsche Exilarchiv 1933 - 1945 erwarb zehn neue Nachlässe und Teilnachlässe und erweiterte viele bereits vorhanden Bestände mit wertvollen Neuzugängen, beispielsweise den Nachlass der Komponistin und Konzertpianistin Hilda Loewe (Henry Love), den Nachlass des Psychologen Ernst Schachtel sowie den Nachlass des Soziologen Fritz Pappenheim.
Bei den Neuerwerbungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums sind vor allem die Werke mit handgebundenen Einbänden von Carl Sonntag jr. hervorzuheben. Das Deutsche Musikarchiv konnte seinen Bestand an historischen Tonträgern erweitern, unter anderem durch den Erwerb der äußerst seltenen Schellackplatte »Charlie and his Orchestra«, die während des 2. Weltkriegs im Auftrag des »Reichspropagandaministeriums« hergestellt wurde.

Projekte

Die Deutsche Nationalbibliothek betreut mit kopal und nestor federführend zwei kooperative Projekte mit strategischer Bedeutung für die Langzeiterhaltung des digitalen kulturellen Erbes in Deutschland.
Ziel des Projektes »Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs Digitaler Informationen (kopal)« ist die praktische Erprobung und Implementierung eines kooperativ erstellten und betriebenen Langzeitarchivierungssystems für digitale Informationen. Im August 2006 hat das System die erste Stufe seines Produktivbetriebes erfolgreich aufgenommen. Dabei haben die Projektpartner Deutsche Nationalbibliothek und Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) bereits rund 34.000 zu archivierende Dokumente in das bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbh Göttingen gehostete Archivsystem eingespielt. Die im Projekt entwickelten Open-Source-Tools (koLibRI) wurden so optimiert, dass ein zuverlässiges und in einer kontrollierten Umgebung stattfindendes Einspielen gewährleistet ist. Derzeit werden Komponenten für Administration und Prozess-Monitoring entwickelt sowie die Voraussetzungen geschaffen, um in kopal Migrations- und Emulationsprozesse durchzuführen, die eine langfristige Interpretierbarkeit der archivierten Dokumente sicherstellen.
Das Ziel von nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung ist die Schaffung einer Informations- und Kommunikationsplattform, um bereits begonnene Aktivitäten zur Langzeitarchivierung digitaler Ressourcen publik zu machen, synergetisch miteinander in Verbindung zu bringen und weitere kooperative Maßnahmen zur Zusammenarbeit anzuregen. Mittlerweile ist eine viel beachtete und -genutzte Informationsplattform mit nahezu 50.000 Seitenzugriffen pro Monat (www.langzeitarchivierung.de) eingerichtet, ein Newsletter ist etabliert. In dem ›Memorandum zur Langzeitverfügbarkeit digitaler Informationen in Deutschland‹ sind die Rahmenbedingungen für die Einhaltung des digitalen Erbes in Kultur und Wissenschaft beschrieben, die zur Verankerung einer nationalen Strategie notwendig sind. Hinsichtlich der Datenarchive, die für die langfristige Sicherung digitaler Ressourcen aufgebaut werden müssen, sind die Kriterien für ihre Vertrauenswürdigkeit diskutiert und festgelegt worden. Die erarbeiteten Ergebnisse gilt es jetzt zu bewahren, weiterzuentwickeln und um neue Aspekte zu erweitern. Eine wesentliche Aufgabe der zweiten Projektphase liegt aber auch darin, die notwendigen organisatorischen, politischen und finanziellen Voraussetzungen für das Kompetenznetzwerk zu schaffen, um eine dauerhafte Verankerung des Themas und der damit verbundenen Aktivitäten in Deutschland zu erreichen.

Die Arbeit der an der Deutschen Nationalbibliothek eingerichteten Koordinierungsstelle DissOnline wird seit November 2005 durch zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekte unterstützt. Ziele des Projektes »DissOnline Portal« ist es in einem Portal bzw. einer Portalsicht Online-Hochschulschriften zusammenzuführen und vernetzt zugänglich zu machen. Die derzeitigen vorhandenen Recherchemöglichkeiten bieten keinen vollständigen Nachweis von Online-Hochschulschriften, sie sind verteilt auf verschiedene Nachweissysteme mit lokalem oder organisatorischem Bezug. Schwerpunkt des Projektes ist daher die Sammlung, Aufbereitung und Bereitstellung dieser Materialien und das Angebot eigener Recherchesichten.
Das Projekt »DissOnline Tutor« stellt sich drei Hauptziele: Verbesserung der technischen Qualität von langzeitarchivierbaren elektronischen Dissertationen, verbesserter und dauerhafter Zugang zu elektronischen Dissertationen sowie Entwicklung und Vermittlung von Werkzeugen zur Erstellung und technischen Kontrolle dieser Publikationen. Um diese Ziele zu erreichen wurden für Autoren von Habilitationsschriften und Dissertationen spezifische und fachlich abgestimmte Werkzeuge für Textverarbeitungssysteme und für das Textsatzsystem LaTeX entwickelt.

Ende Januar 2006 startete das von der Deutschen Nationalbibliothek und der Fachhochschule Köln gemeinsam betriebene und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt CrissCross. Das Projekt soll ein multilinguales, thesaurusbasiertes und benutzergerechtes Recherchevokabular schaffen. Hierzu werden die Sachschlagwörter der Schlagwortnormdatei (SWD) mit den Notationen der Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) verbunden. Die Multilingualität wird durch die Verknüpfung mit ihren Äquivalenten in den beiden umfassenden Schlagwortnormdateien Library of Congress Subject Headings (LCSH) und Rameau erreicht. Dem Nutzer wird so der Zugang zu heterogen erschlossenen Dokumenten ermöglicht, ohne dass er die Regeln des jeweiligen nationalen oder internationalen Erschließungsinstrumentes kennen muss.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für 20 Monate geförderte Projekt »Buchhändler-Porträts« zielt auf die Erschließung und Digitalisierung von ca. 3.300 druckgrafischen Bildnissen von Buchhändlern, Buchdruckern und Verlegern des 17. bis 20. Jahrhunderts. Dieser bisher nicht erschlossene Teil einer Sondersammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek stellt einzigartiges historisches Quellenmaterial zur Buch- und Verlagsgeschichte dar. Die Digitalisierung erfolgt mit einer hochwertigen Scan-Technologie, die Aufbereitung und Ordnung der Digitalisate sind in das Konzept zur Langzeitarchivierung der Deutschen Nationalbibliothek eingebettet.

Die Europäische Kommission fördert im Projekt »Bernstein« die Erstellung einer integrierten europäischen digitalen Umgebung zur Papiergeschichte und dem Wissen über Papier. Das Projekt wird alle zurzeit existierenden europäischen Wasserzeichen-Datenbanken verknüpfen und so eine umfangreiche und aussagekräftige Informationsquelle zu Papier bieten. Die Datenbanken werden durch spezialisierte Bildverarbeitungswerkzeuge für Bemaßung, Authentifizierung und Datierung von Papieren sowie durch eine Fälle von kontextuellen Daten mit bibliografischen und geografischen (GIS) Inhalten angereichert.

Fachveranstaltungen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Nationalbibliothek informieren regelmäßig auf Fachveranstaltungen, Workshops und Messen über derzeitige Aktivitäten, Projektfortschritte und Arbeitsergebnisse. Vom 2. - 3. November 2006 organisierte die Deutsche Nationalbibliothek als nestor II-Koordinator in Frankfurt am Main einen DIN-Workshop für geladene Teilnehmer zu Fragen des Standardisierungsbedarfs im Kontext Langzeitarchivierung und Digitalisierung. Der 6. Workshop DissOnline fand am 23. Mai 2006 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt. Fast 100 internationale Experten auf dem Gebiet der Bestandserhaltung nahmen vom 13. - 15. März 2006 in Leipzig an dem europäischen Kongress »Schriftliches Kulturerbe erhalten - eine nationale Aufgabe im europäischen Rahmen« teil. Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Nationalbibliothek, der Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes, der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Goethe-Institut organisiert.
Die Deutsche Nationalbibliothek war 2006 mit einem Stand bei den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt am Main sowie auf dem 95. Deutschen Bibliothekartag in Dresden vertreten.

Kulturelle Veranstaltungen

Sowohl in Leipzig als auch in Frankfurt am Main hat die Deutsche Nationalbibliothek im Berichtsjahr wieder ein interessantes Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm angeboten, das hier nur in einer kleinen Auswahl aufgeführt wird.

Frühjahr und Herbst sind traditionell ausgebuchte Veranstaltungszeiträume: zu den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt am Main hatten die beiden Standorte der Deutschen Nationalbibliothek interessante Lesungen und Diskussionsveranstaltungen im Programm.

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum beteiligte sich wieder erfolgreich an der Leipziger Museumsnacht. Am 6. Mai fanden von 19 bis 1 Uhr Aktionen rund um das Thema »Transit« statt. Ebenfalls am 6. Mai, allerdings tagsüber, beteiligte sich das Deutsche Musikarchiv, der Berliner Standort der Deutschen Nationalbibliothek, am bundesweiten Tag der Archive. Unter dem Motto »Der Ball ist rund ... die Schallplatte auch« wurden Schallplatten, CDs und Noten aus dem Berliner Bestand zum Thema Fußball präsentiert.
Starke Aufmerksamkeit beim Publikum und besonders auch in der Presse fand die Ausstellung am Frankfurter Standort »Die Kinder der Manns - Ansichten einer Familie«. Anhand zahlreicher noch nie gezeigter Fotografien, Manuskripte und Dokumente aus den Nachlässen wurden den Besuchern neue Einblicke in eine der wichtigsten internationalen Schriftstellerfamilien des 20. Jahrhunderts eröffnet.
Die Ausstellung »Eric Carle. Syracuse N.Y. - Stuttgart - New York. Ein Künstler für Kinder« wurde an beiden Standorten der Deutschen Nationalbibliothek mit großem Erfolg gezeigt: im Frühjahr in Leipzig und im Herbst in Frankfurt am Main.

Statistiken

Erwerbung (PDF, 31KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Normdateien (PDF, 27KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Nationales ISSN-Zentrum (PDF, 24KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Sacherschließung (PDF, 41KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Benutzung, Auskunft, Archivierung (PDF, 34KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Zentrale bibliografische Dienstleistungen (PDF, 23KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Spezialsammlungen (PDF, 31KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Deutsches Musikarchiv Berlin (PDF, 26KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Aus- und Fortbildung (PDF, 26KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Haushalt und Personal (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Führungen (PDF, 28KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Gremien der Deutschen Nationalbibliothek
Mitarbeit in Gremien
Veranstaltungen und Ausstellungen
Veröffentlichungen

Letzte Änderung: 21.02.2012

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