Navigation und Service

Jahresbericht 2008

Von Generaldirektorin Dr. Elisabeth Niggemann

Die Gesellschaft für das Buch e. V.
Herausragende Neuerwerbungen

Vorbemerkung

Die Deutsche Nationalbibliothek hat den Auftrag, das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Deutschlands zu bewahren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, und doch reicht ihre Arbeit in Zeiten zunehmender Globalisierung und Vernetzung sowie wachsender Konvergenz von Medien weit über nationale Grenzen hinaus. Die von der EU geförderte europäische digitale Bibliothek, die Europeana, an der die Deutsche Nationalbibliothek beteiligt ist, hat die Aufgabe, das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas über das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schon mit dem Ende 2008 veröffentlichten Prototyp wurde deutlich, wie enorm die Nachfrage nach Kultur und Wissenschaft in einer globalen Wissens- und Informationsgesellschaft ist.

Europeana

Im EU-finanzierten Projekt EuropeanaNet wurde der Prototyp der Europeana, der europäischen digitalen Bibliothek - zugänglich über www.europeana.eu - entwickelt. Über 100 Kulturinstitutionen aus ganz Europa sind Partner in diesem Netzwerkprojekt, das von der Koninklijke Bibliotheek, der Nationalbibliothek der Niederlande, im Auftrag von CENL (Conference of European National Librarians) geleitet wird. Die Europeana bietet Zugriff auf über 3,5 Millionen Bücher, Landkarten, Aufnahmen, Fotografien, Archivdokumente, Gemälde und Filme aus Nationalbibliotheken und Kulturinstituten der 27 EU-Mitgliedstaaten. Die Europeana ermöglicht es, die digitalen Sammlungen europäischer Bibliotheken, Archive, Museen sowie Bild- und Tonarchive gleichzeitig zu durchsuchen, d. h. die Nutzer können Themen erforschen, ohne eine Vielzahl von Internetseiten besuchen oder durchsuchen zu müssen.

Deutsche Digitale Bibliothek

Der Weg zur Errichtung einer Deutschen Digitalen Bibliothek als nationales Zugangsportal zur Europeana wurde 2008 geebnet. Ein gemeinsames Eckpunkte-Papier von Bund, Ländern und Kommunen, in dem finanzielle, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt werden, wurde vom Kulturausschuss und vom Hochschulausschuss der Kultusministerkonferenz gebilligt, im Juni 2009 wird die Verabschiedung des Papiers durch die Ministerpräsidentenkonferenz und das Bundeskabinett erwartet. Parallel zum politischen Entscheidungsprozess bereitet eine Bund-Länder-Fachgruppe unter Federführung der Deutschen Nationalbibliothek die notwendigen praktischen Schritte zur Realisierung der Deutschen Digitalen Bibliothek vor.

Pflichtablieferungsverordnung

Am 23. Oktober 2008 trat die Pflichtablieferungsverordnung in Kraft. Sie präzisiert in Ergänzung des Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek aus dem Jahr 2006 den Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek und löst die Pflichtstückverordnung von 1982 ab. Gesetz und Verordnung legen grundsätzlich fest, was Sammlungsgegenstand der Deutschen Nationalbibliothek ist. Anlass der Neufassung ist die Abgrenzung der Sammlung von Netzpublikationen, aber auch für gedruckte Publikationen wurden Anpassungen an die Neuformulierungen im Gesetz erforderlich. Darüber hinaus wurde den Veränderungen und Weiterentwicklungen des Publikations- und Verlagswesens sowie der Tonträgerindustrie Rechnung getragen. Die Pflichtablieferungsverordnung konkretisiert das Recht der Deutschen Nationalbibliothek auf unaufgeforderte und kostenlose Belieferung mit den Medienwerken aus Deutschland und befreit diejenigen von der Ablieferungspflicht ihrer Publikationen, für deren Sammlung kein öffentliches Interesse besteht. Der gesetzliche Rahmen der täglichen Arbeit ist damit verbindlich abgesteckt.

Sammlungsaufbau

Um den auf Netzpublikationen erweiterten Sammelauftrag effizient ausführen zu können und die Ablieferung von Publikationen unkompliziert zu gestalten, bedarf es automatisierter Methoden. Deshalb wurden zur Sammlung von Netzpublikationen, die eine Entsprechung zum Printbereich darstellen - wie elektronische Zeitschriften und E-Books -, automatisierte Schnittstellen entwickelt. Seit dem ersten Halbjahr 2008 ist ein neues Webformular im Einsatz, mit dem Monografien mit wenig Aufwand an die Deutsche Nationalbibliothek abgeliefert werden können. Die dabei von den Ablieferern angegebenen Metadaten werden sofort im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek in eine bibliografische Beschreibung umgesetzt und sind ohne Zeitverzug online recherchierbar.
Parallel dazu wird intensiv an Schnittstellen zu einem automatisierten Sammelverfahren, dem Web-Harvesting gearbeitet, also dem systematischen Abholen von Veröffentlichungen mittels eines Crawlers - einer Art »Rechen« im Internet. Diese Schnittstellen erfordern im Regelbetrieb keinen manuellen Aufwand von Seiten der Ablieferer, die Netzpublikationen und Metadaten können automatisiert in vereinbartem Rhythmus abgeholt werden. Dazu gab es intensive Kontakte mit Verlegern und anderen Produzenten von Netzpublikationen, um die Voraussetzungen für die Ablieferung bzw. das Einsammeln zu schaffen.

Erweiterungsbau Leipzig

Seit der Grundsteinlegung im Dezember 2007 ist der 4. Erweiterungsbau in Leipzig sichtbar gewachsen: Der Rohbau wurde noch im Dezember 2008 weitgehend fertig gestellt, mit dem Innenausbau wurde begonnen. Der Baufortschritt bewegt sich damit im Zeitplan.
Mit einem Festakt wurde am 8. Oktober die Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums »Merkur und die Bücher - 500 Jahre Buchplatz Leipzig« in ihren bisherigen Räumlichkeiten verabschiedet und symbolisch in die zukünftigen Räumlichkeiten im Erweiterungsbau begleitet. Dort wird das Deutsche Buch- und Schriftmuseum mit neuen Ausstellungsräumen, einem neuen Lesesaal und erweiterten Magazinen im Jahr 2010 neu eröffnet. Die neue, kulturhistorisch angelegte Ausstellung wird die drei Medieninnovationen Schrift, Buchdruck mit beweglichen Lettern und die digitalen Netzwelten in den Blick nehmen.
Das Deutsche Musikarchiv wird in den Erweiterungsbau nach Leipzig ziehen und einen neuen Lesesaal mit modernster Technik sowie eine Ausstellungsfläche erhalten. Vor allem aber wird Magazinfläche geschaffen.

Portal der Deutschen Nationalbibliothek

Seit Einführung des neuen Service- und Katalogportals im Oktober 2007 wurde das Angebot stetig erweitert. Im Jahr 2008 sind neue Funktionen hinzugekommen, die dem Nutzer helfen, schnell und zielgerichtet zu recherchieren.
Die gezielte Suche nach Musikalien oder Archivalien benötigt differenzierte Suchmöglichkeiten. Aus diesem Grund wurden spezielle Einstiegspunkte für das Deutsche Musikarchiv und das Deutsche Exilarchiv geschaffen. Integriert wurden der Bonner Katalog und die Sammlung der Historischen Tonträger. Neu ist auch die Verlinkung von der überregionalen Personennamendatei (PND) auf die entsprechenden Artikel der deutschsprachigen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia.

Kataloganreicherung

Durch die Anreicherung bibliografischer Daten mit Verlagsinformationen sowie mit durchsuchbaren Inhaltsverzeichnissen wurden seit Beginn des Jahres die Recherchemöglichkeiten deutlich verbessert.
Im Februar startete die Deutsche Nationalbibliothek mit dem Scannen der Inhaltsverzeichnisse aller monografischen Neuerscheinungen aus dem Verlagsbuchhandel - das waren bis Jahresende bereits 55.000 Titel - und macht sie über den Katalog zugänglich.
Im September wurde im Rahmen eines Pilotprojektes der Anreicherungsdienst auch auf ältere Bestände ausgeweitet: Seither werden die Inhaltsverzeichnisse von Büchern der Zugangsjahre 1913 bis 1922 digitalisiert, sodass sich die Such- und Beurteilungsmöglichkeiten bei der Katalogrecherche nun auch für die älteren Bestände der Deutschen Nationalbibliothek nachhaltig verbessern.
Darüber hinaus wurden die ersten 60.000 Titelsätze mit inhaltsbeschreibenden Verlagsinformationen angereichert, die die Deutsche Nationalbibliothek von der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH übernimmt.

Retrokonversion II

Durch dieses große Retrokonversionsprojekt überführt die Deutsche Nationalbibliothek weitere Titelnachweise in ihren elektronischen Katalog und macht sie recherchierbar. Konvertiert werden insbesondere die alphabetischen Kataloge der Tonträger- und Musikaliensammlungen in Berlin und Leipzig, aber auch ausgewählte Kataloge des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. Das Projekt ist bis zum Jahresende 2010 ausgelegt und umfasst die Retrokonversion von rund 1,6 Millionen Titelkarten.

Standardisierung

Schwerpunkte der Standardisierungsarbeit im Jahr 2008 waren die Beteiligung an den Stellungnahmeverfahren zu den Entwürfen der Resource Description and Access (RDA), der Umstieg auf MARC 21, das Gemeinsame Normdatenformat (GND), die Online-Kommunikation mit Normdaten sowie zahlreiche Aktivitäten im Bereich Metadaten.

Die Deutsche Nationalbibliothek beteiligt sich weiterhin gemeinsam mit den Expertengruppen des Standardisierungsausschusses an der Entwicklung des neuen, internationalen Regelwerks RDA. Nach der Veröffentlichung des Gesamtentwurfs Ende 2008 soll das neue Regelwerk im zweiten Halbjahr 2009 erscheinen.

Die im Dezember 2004 vom Standardisierungsausschuss gefassten Beschlüsse zur Internationalisierung der deutschen Standards sehen als einen ersten Meilenstein u. a. die Einführung und einheitliche Anwendung von MARC 21 als Austauschformat für alle Bibliotheken in Deutschland und Österreich vor. Das erste Ziel ist nun erreicht: Beginnend mit Bibliografiejahrgang 2009 am 17. Dezember 2008 bietet die Deutsche Nationalbibliothek die Daten der Deutschen Nationalbibliografie im Format MARC 21 an. Zum gleichen Zeitpunkt werden auch die Titeldaten der Zeitschriftendatenbank in MARC 21 angeboten.

Die Integration der Personen- und Körperschaftsdaten des Deutschen Musikarchivs in die überregionalen Normdateien Personennamendatei (PND) und Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) wurde im Mai erfolgreich durchgeführt.
Als größter Normdatenbestand des Deutschen Musikarchivs wurden 110.000 individualisierte Personendatensätze und 8.000 nicht individualisierte Personennamensätze in die PND integriert. In die GKD wurden knapp 70.000 normierte Datensätze für Musik-Körperschaften eingespielt. Das Deutsche Musikarchiv übernimmt gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek die redaktionelle Zuständigkeit für Musikschaffende innerhalb der PND.

Benutzung

Von mehr als 32.000 aktiven Benutzerinnen und Benutzern wurden bei 480.000 Lesesaalbesuchen an 298 Öffnungstagen 904.000 Bestellungen aufgegeben. 49.000 bibliografische Anfragen wurden schriftlich oder telefonisch beantwortet.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem 2004 gegründeten digitalen Auskunftsdienst »InfoPoint« wurde 2008 um ein weiteres Jahr verlängert.

Bestand und herausragende Neuerwerbungen

Der Bestand der Deutschen Nationalbibliothek wuchs im Berichtsjahr um rund 646.000 Einheiten auf insgesamt 24,8 Millionen Einheiten. Der Bestand der Online-Hochschulschriften stieg um rund 11.000 auf 72.000 Einheiten. Zur Unterbringung des Zugangs gebundener Bände benötigt die Deutsche Nationalbibliothek 8,3 Regalkilometer.

Das Deutsche Exilarchiv 1933 - 1945 konnte seinen Bestand um 15 neue Nachlässe und Teilnachlässe erweitern, darunter der Nachlass des Arztes Martin Goldner mit Briefen von Leo Baeck, Martin Buber und Franz Rosenzweig. Bereits vorhandene Bestände wurden mit wertvollen Neuzugängen bereichert, etwa durch 13 Briefe Gottfried Benns an die Zeichnerin und Publizistin Erna Pinner, drei Briefe von Thomas Mann, Zeichnungen und Aquarelle des Schriftstellers Ulrich Becher sowie ein umfangreiches Konvolut von Briefen an den Verleger Hein Kohn, unter anderem von Heinrich Böll, Elias Canetti, Katia Mann und Friedrich Torberg.

Unter den Neuerwerbungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums sind vor allem »Fort«, ein Künstlerbuch von Felix Martin Furtwängler und die Sammlung Lehmstedt hervorzuheben, die aus 275 Autographen und Dokumenten zur Geschichte des Buchhandels aus dem 18. bis 20. Jahrhundert besteht. Darunter befinden sich Briefe von und an die bedeutenden Leipziger Verleger Georg Joachim Göschen und Philipp Erasmus Reich.

Das Deutsche Musikarchiv konnte seiner Sammlung Historischer Tonträger einige Raritäten hinzufügen, insgesamt wurden über 4.000 Schellackplatten, Vinylplatten und Phonographenwalzen erworben. Besonders zu erwähnen ist die wohl einzige Originalaufnahme des Wilhelm Voigt, des echten »Hauptmann von Köpenick«. Mit Mitteln der Gesellschaft für das Buch konnten eine seltene Lukraphon-Platte mit dem Orchester des jüdischen Kulturbundes Berlin von 1935/1936 und eine Ernst Busch-Aufnahme »Der Marsch ins Dritte Reich« des Labels Deutscher Arbeiter Sängerbund vom 18. Januar 1933 erworben werden.

Bestandserhaltung

Im Rahmen der Massenentsäuerung wurden 104.000 Bände behandelt: Das sind 40.000 Kilogramm bzw. 2.500 laufende Meter. Als Bestandserhaltungsmaßnahme wurden rund 27.000 Bände neu gebunden.
Die Duplizierung von 4.500 Mikrofilm-Rollen auf Di- oder Triazetat-Basis, die durch das »Essigsäure-Syndrom« (ein Zerfallsprozess, bei dem Essigsäure entsteht) in unterschiedlich starkem Maße gefährdet waren, wurde abgeschlossen. Damit liegen diese Materialien nun in gutem Zustand vor.

Neue Projekte

Die »Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut« wird zurzeit im Rahmen des KUR-Programms der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder untersucht. Das Projekt, an dem die Deutsche Nationalbibliothek federführend beteiligt ist, wurde im Juli begonnen und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Auf der Basis naturwissenschaftlicher Untersuchungen soll die Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung evaluiert werden. Grundlage bilden die Leipziger Bestände der Deutschen Nationalbibliothek und die Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, die zwischen 1994 bzw. 1998 und 2006 entsäuert wurden. Bestandteil des Projekts ist die Weiterentwicklung der traditionellen pH-Bestimmung von Papieren über Fluoreszenzmarker, die eine zerstörungsfreie Messung des pH-Wertes von entsäuerten Papieren zulassen. Darüber hinaus soll das Langzeitverhalten der entsäuerten Papiere untersucht werden. Nach mehr als zehnjährigem Einsatz der Technologie wird so im Rahmen des Projekts eine Entscheidungshilfe für die künftige wirtschaftliche Verwendung der Mittel zur Langzeitsicherung von Bibliotheks- und Archivgut erarbeitet. Zugleich können Grundlagen zur Standardisierung qualitätssichernder Maßnahmen der Massenentsäuerung in Bibliotheken und Archiven geschaffen werden.

Ein spezielles Problem bei Urheberrechtsfragen stellen die vergriffenen und verwaisten Werke des 20. Jahrhunderts dar. Bei »verwaisten Werken« handelt es sich um Werke, die zwar unter Umständen noch dem Schutz des Urheberrechts unterliegen, bei denen der Rechteinhaber aber nicht mehr zu identifizieren oder zu lokalisieren ist. Im September startete das von der EU geförderte Projekt ARROW (Accessible Registries of Rights Information and Orphan Works towards Europeana), an dem auch die Deutsche Nationalbibliothek beteiligt ist. Ziel des Projekts ist es, die Ermittlung von Urheberrechtsinhabern bei vergriffenen und verwaisten Werken zu erleichtern sowie einen Prototyp einer europäischen Rechtedatenbank zu erstellen, in der künftig urheberrechtliche Informationen abgelegt werden können. Darüber hinaus sollen Modelle für den Zugang zu kostenpflichtigen und kostenfreien digitalen Inhalten entwickelt werden.

Das EU-Projekt »Insight into issues of Permanent Access to the Records of Science in Europe« (PARSE.Insight) hat im März seine Arbeit aufgenommen. Es untersucht den aktuellen Stand der Langzeitarchivierung von wissenschaftlichen Primärdaten. Die Projektergebnisse sollen die Entwicklung einer einheitlichen europäischen Strategie und den Aufbau einer gemeinsamen europäischen Infrastruktur zur Sicherung der langfristigen Auffindbarkeit, Verfügbarkeit und Bewahrung von digitalen Forschungsdaten unterstützen.

Das IMPACT-Projekt (Improving Access to Text), das seit Januar 2008 läuft und auf vier Jahre angelegt ist, hat zum Ziel, Barrieren auf dem Weg zur Europeana zu überwinden. Die aktuelle OCR-Erkennung (Optical Character Recognition) ist nur bedingt für historisch wichtiges Material geeignet. Die Ergebnisse bei der Erkennung von alten Schrifttypen, älteren Rechtschreibvarianten oder komplexen Layouts in Zeitungen sind unzureichend. Das Projekt vereint 15 nationale und regionale Bibliotheken, Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen - alle Kompetenz-Zentren mit großer Erfahrung in Massendigitalisierung. Im Laufe des Projektes sollen neue Softwareanwendungen für eine verbesserte OCR-Erkennung entwickelt, über eine Internetplattform mit den zugehörigen Informationen via Open Source bereitgestellt und so die Grundlagen für eine Reihe von Massendigitalisierungsprogrammen geschaffen werden.

SHAMAN - Sustaining Heritage Access Through Multivalent ArchiviNg: Ziel des Projektes ist es, Grundlagen für die Grid-basierte Vernetzung von Langzeitarchivierungssystemen zu schaffen, also für die gemeinsame Nutzung und effiziente Auslastung verteilter Ressourcen wie Speicher, Rechenleistung etc. Durch Analyse bestehender Systeme und Technologien, institutioneller Ansätze und laufender Archivierungsprozesse soll ein umfassender, internationaler Ansatz für eine vernetzte Archivierungsinfrastruktur entwickelt werden. Damit wird eine kooperative, arbeitsteilige und effiziente Bearbeitung der ressourcenintensiven und komplexen Aufgaben der digitalen Langzeitarchivierung ermöglicht. Die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen bringen im Rahmen des Projekts vor allem Ergebnisse aus dem Langzeitarchivierungsprojekt KOPAL ein. Außerdem übernimmt die Deutsche Nationalbibliothek die Verantwortung für Leitung und Durchführung des Arbeitspakets »Dokumenterzeugung, Archivierung, Zugriff und Nachnutzung im Kontext von Gedächtnisorganisationen für wissenschaftliche und behördliche Sammlungen«. Aufgabe dieses Arbeitspaketes ist die Zusammenführung der Forschungsergebnisse in einem prototypischen Demonstrator für das Anwendungsfeld »Langzeitarchivierung in Gedächtnisorganisationen«.

Abgeschlossene Projekte

Im Januar wurde das DFG-geförderte Projekt »DissOnline Portal« erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projektes war, elektronische Dissertationen und Habilitationen aus Deutschland in einem Portal zusammenzuführen und vernetzt zugänglich zu machen. Das Portal wird nun von der Deutschen Nationalbibliothek bereitgestellt und gepflegt (http://search.dissonline.de). Unterstützt wird sowohl die detaillierte Suche in Metadaten als auch die Volltextsuche in den mittlerweile 72.000 Dissertationen und 800 Habilitationen.

FIZE - Funktionale Integration von ZDB und EZB: Ziel des vor zwei Jahren gestarteten Projekts war die funktionale Integration der etablierten Erfassungs- und Recherchesysteme Zeitschriftendatenbank (ZDB) und Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) durch die Entwicklung und Implementierung gemeinsamer endnutzerorientierter Dienstleistungen. Als Projektergebnis stehen zwei neue Dienste der ZDB und der EZB zur Verfügung: die gemeinsame Verfügbarkeitsrecherche »Journals Online & Print (JOP)« und der Gemeinsame Datenlieferdienst. Mit JOP können Bibliotheken ihren Nutzern einheitliche Verfügbarkeitsinformationen zu elektronischen und gedruckten Zeitschriften anbieten. Das Angebot ermittelt die Verfügbarkeit in Abhängigkeit vom Standort des Nutzers und kann direkt bis zum elektronischen Volltext leiten beziehungsweise den Standort der gedruckten Ausgabe in der Bibliothek anzeigen.

Veranstaltungen

Auf großes Publikums- und Medieninteresse stieß die Ausstellung »Comics made in Germany - 60 Jahre Comics aus Deutschland«, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main entstand. Auch die Ausstellungen »Reclam. Die Kunst der Verbreitung« und »Ansichtssachen! Bücherlese à la Carte« der Stiftung Buchkunst, sowie »Gutenberglabyrinth«, eine umfangreiche Retrospektive des Objektkünstlers Hubertus Gojowczyk, wurden positiv aufgenommen.

Sowohl in Leipzig als auch in Frankfurt am Main fanden, meist in bewährter Kooperation mit Verlagen, zahlreiche Lesungen und Vorträge statt. Zu Gast waren in diesem Jahr unter anderem die Autoren Jan Seghers, Adolf Muschg, Paul Krugman - der wenige Monate später den Wirtschaftnobelpreis erhielt -, Lea Fleischmann, F. W. Bernstein, Claus Leggewie, Wolfgang Frühwald, sowie die Schauspieler Anna Thalbach und Miroslav Nemec. In Frankfurt am Main fanden zwei Veranstaltungen anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung Israels statt. Das Leipziger Haus beteiligte sich an der »Langen Nacht der Wissenschaften« und richtete die zentrale Abschlussveranstaltung der ersten bundesweiten Aktionswoche »Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek« aus.

Mit einer internationalen Konferenz in Frankfurt am Main wurde EDLproject, dessen Ziel die Wegbereitung der europäischen digitalen Bibliothek Europeana war, im Februar 2008 erfolgreich abgeschlossen. Mit der Ausrichtung der Konferenz mit Teilnehmern aus 32 Ländern hat die Deutsche Nationalbibliothek in ihrer doppelten Funktion als Partnerin der Aktivitäten rund um die Europeana und als Sitz der Geschäftsstelle der Conference of European National Librarians einen wichtigen Beitrag zur Europeana geleistet.

Fakten und Zahlen

Erwerbung (PDF, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Deutsche Nationalbibliografie (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Normdateien (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Bibliografische Dienste (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Nationales ISSN-Zentrum (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Benutzung, Auskunft, Archivierung (PDF, 24KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Spezialsammlungen (PDF, 29KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Deutsches Musikarchiv (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Haushalt und Personal (PDF, 22KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Ausbildung (PDF, 21KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Öffentlichkeitsarbeit (PDF, 21KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Ausstellungen und Veranstaltungen
Veröffentlichungen
Gremien der Deutschen Nationalbibliothek
Mitarbeit in Gremien

Letzte Änderung: 21.02.2012

Diese Seite

Schriftbanner mit Deutscher Nationalbibliothek Leipzig, Frankfurt am Main