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Archiv und Bibliothek des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.

Die Bibliothek und das Historische Archiv des Börsenvereins sammeln möglichst umfassend gedruckte wie ungedruckte Materialien zum deutschen Buchhandel und Verlagswesen in Geschichte und Gegenwart, erschließen sie und machen sie jedem Interessierten zugänglich: Bücher und Zeitschriften ebenso wie zum Beispiel Autographen, Porträts und Plakate. Mit ihren umfangreichen Beständen zählen Archiv und Bibliothek des Börsenvereins auf diesem Gebiet zu den bedeutendsten Spezialsammlungen in Deutschland.

Der Börsenverein übereignete 2013 der Deutschen Nationalbibliothek anlässlich ihres 100. Gründungsjubiläums die Bestände seiner Bibliothek und seines Historischen Archivs, nachdem er sie ihr 2002 bereits als Dauerleihgabe übertragen hatte. Im Gegenzug verpflichtete sich die Deutsche Nationalbibliothek zur Weiterführung der Sammlungen und der damit verbundenen Dienstleistungen. Archiv und Bibliothek des Börsenvereins werden so in ihr nationalbibliothekarisches Umfeld und Überlieferungskontinuum eingebettet.

Geschichte

Wie der Börsenverein selbst stehen Archiv und Bibliothek in einer langen "Leipziger" Tradition: Bereits aus dem Jahr 1841 datieren die Anfänge der "Bibliothek des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig", die sich früh auch um die Sicherung ungedruckter buchhandelsgeschichtlicher Zeugnisse Verdienste erwarb. Dazu kam 1909 das "Deutsche Buchhandelsarchiv" insbesondere für die Sammlung des ungedruckten Materials zur Wirtschaftsgeschichte des Buchhandels. 1943 wurden große Teile der Bücher- und Archivalienbestände zerstört. Die geretteten Bestände betreut heute das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, die erhaltenen Teile des Aktenarchivs des Börsenvereins bewahrt das Sächsische Staatsarchiv Leipzig. Infolge der Trennung des Börsenvereins nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Leipziger und einen Frankfurter Verband wurde 1953 in Frankfurt am Main mit dem systematischen Neuaufbau einer buchhändlerischen Fachbibliothek begonnen, das Historische Archiv wurde 1969 neu gegründet.

Auskunftsservice

Das Historische Archiv nimmt, entsprechend der klassischen Aufteilung in Archiv- und Bibliotheksgut, ungedruckte und nicht in Buchform erschienene gedruckte Dokumente zum deutschen Buchhandel und seiner Geschichte auf, während die Bibliothek die gedruckte Literatur sammelt. "Buchhandel" wird dabei in der umfassendsten Bedeutung des Wortes für alle an der Herstellung und Verbreitung von Medien tätigen Sparten verstanden: herstellender, verbreitender Buchhandel und Zwischenbuchhandel, ebenso einzelne Geschäftszweige - beispielsweise Bahnhofsbuchhandel, Buchgemeinschaften, Antiquariatsbuchhandel oder Verlagsvertretungen.

Auskünfte zu Geschichte und Gegenwart buchhändlerischer Institutionen, Unternehmen und einzelner Personen bilden den Schwerpunkt der Informationstätigkeit. Doch lässt sich auch zu Sachthemen wie z.B. Leihbuchhandel und Leserforschung, Pressendruck und Typografie, Strukturwandel und Taschenbuch, Zeitschrift und Zensur historisches und aktuelles Material in Archiv und Bibliothek des Börsenvereins finden.

Die erteilten Auskünfte sind grundsätzlich gebührenfrei, es sei denn, es handelt sich um besonders schwierige, d.h. zeitaufwändige Recherchen, bei denen der Aufwand höher als 15 Minuten liegt. Dazu gehören auch ergebnislose Recherchen, die trotz vorheriger Information des Nutzers dennoch in Auftrag gegeben werden.
Schwierige, d.h. zeitaufwändige Recherchen werden ab der 16. Minute berechnet, je angefangene Viertel-Arbeitsstunde = 10,00 EUR.
Kostenordnung (PDF, 217KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Historisches Archiv

Materialien zu rund 3.000 Personen, Unternehmen und Sachthemen aus dem Bereich des deutschen Buchhandels sind in einem Sammelbestand geordnet.

Vor allem konservatorische Gründe führten zur Bildung einiger Sondersammlungen: etwa 450 Autographen (unter anderem Verleger-Autoren-Korrespondenzen), mehr als 1.000 Porträts und Bildnisse (so Kupferstiche von Buchhändlern und Verlegern des 16. bis 19. Jahrhunderts), ca. 18.000 Verlagssignete aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, Verlagsplakate und Plakate des Börsenvereins, 60 laufende Meter Verlagsverzeichnisse und Prospekte. Daneben betreut das Historische Archiv eine Reihe geschlossener Einheiten, darunter das Archiv des Verlages Karl Robert Langewiesche, Königstein/Ts., einen Teilbestand des Gustav Fischer Verlages und die Akten der Märkischen Buchhandelsgesellschaft Frankfurt/Oder sowie Teilnachlässe zum Beispiel von Herbert Grundmann, Horst Kliemann, Annemarie Meiner, Gerhard Menz, Wolfgang Oelbermann und Berthold Spangenberg. Neben diesen Sammlungen von aktuellen und historischen Materialien verfügt das Historische Archiv über umfangreiche Dokumentationen von Daten zu einzelnen Unternehmen und Persönlichkeiten.

Das vorhandene schriftliche Material wurde geradezu idealtypisch ergänzt durch die Foto- und Medienarchive der Verbandszeitschrift "Börsenblatt. Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel" und der Frankfurter Buchmesse, die der Börsenverein der Deutschen Nationalbibliothek im November 2011 übergab. Die Bestände umfassen rund 90.000 Fotografien sowie eine Reihe von Film- und Tonaufnahmen. Sie stellen hochrangige Quellensammlungen für die Geschichte der Buchbranche der Bundesrepublik seit der Mitte des 20. Jahrhunderts dar.
Zunehmendes Interesse finden die bibliografischen Nachweise einschlägiger Artikel aus der buchhändlerischen Fachpresse, die auf der laufenden Auswertung vor allem der Zeitschriften "Börsenblatt", "Buchreport" und "BuchMarkt" für die Datenbank des Historischen Archivs beruhen.

Das Historische Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main - Beständeübersicht (PDF, 324KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Sammelbestände und Sondersammlungen des Historischen Archivs

Bestände von Organisationen und Unternehmen des deutschen Buchhandels

Bestände persönlicher Provenienz: Nachlässe, Teilnachlässe, Sammlungen

Sammlungen geringeren Umfangs, Typoskripte u.a.

Bibliothek

Die Bibliothek des Börsenvereins ist mit rund 25.000 Bänden und fast 100 Fachzeitschriften sowie anderen Periodika eine der größten deutschen Spezialbibliotheken für ihr Fachgebiet. Über den Sammelschwerpunkt Buchhandel und Verlagswesen hinaus wird auch grundlegende Literatur aus anderen Bereichen des Buchwesens berücksichtigt, so zum Buchdruck, zur Buchgestaltung und zur Bibliophilie. Herzstücke der Sammlung sind Firmenschriften und Biografien von Verlegern und Buchhändlern. Wichtige Quellen stellen das seit seinem erstmaligen Erscheinen 1839 vollständig vorhandene "Adressbuch des deutschen Buchhandels", das Verbandsorgan "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" (seit 1834) sowie etliche frühe Mess- und Verlagskataloge dar. In zahlreichen Reihen von Verlagsalmanachen dokumentiert sich die Produktion vieler Verlagshäuser. Von Bedeutung ist ferner eine Sammlung von rund 27.000 Antiquariats- und Auktionskatalogen vorwiegend aus der Nachkriegszeit.

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag 10 - 18 Uhr

Samstag nach Vereinbarung

Letzte Änderung: 22.7.2014

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