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1989-2012

Vom Einigungsvertrag 1989/90 bis in die Gegenwart

Der Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik vom 31. August 1990 regelt auch die Vereinigung von Deutschen Bücherei und Deutscher Bibliothek mit verteilten Aufgaben zur neuen Bundesanstalt Die Deutsche Bibliothek. Am 3. Januar 1991 erscheint das erste Heft der gemeinsamen "Deutschen Nationalbibliographie".Erster Generaldirektor wird Klaus-Dieter Lehmann. Vielfältige Baumaßnahmen an beiden Standorten stehen bevor. 1990 ist Baubeginn für das seit langem im Planungsstadium befindliche neue Gebäude am Frankfurter Standort. Etwa gleichzeitig beginnen bis 2005 dauernde umfangreiche Baumaßnahmen am Leipziger Gebäude zur Substanzerhaltung, Sanierung und Wiederherstellung historischer Baugestalt.
Am 13. September 1994 wird Richtfest für das neue Frankfurter Gebäude gefeiert. Zu Beginn des Jahres 1997 erfolgt der Umzug der Frankfurter Bibliothek mit ca. 6 Mio. Medieneinheiten in das neues Haus an der Adickesallee. Am 14. Mai 1997 wird der Neubau mit 47.500 qm Hauptnutzungsfläche, 30.000 qm Magazinfläche und einer 375 Arbeitsplätze umfassenden Lesesaallandschaft offiziell eingeweiht.


1999 wird Elisabeth Niggemann Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek. Die Nachfolge von Kurt Nowak als ständigen Vertreter des Generaldirektors (bzw. ab 1999 der Generaldirektorin) in Frankfurt am Main tritt 1999 Ute Schwens an. Ständige Vertreter am Leipziger Standort sind 1990 - 1995 Gottfried Rost, 1996-2001 Irmgard Spencker, 2001-2007 Birgit Schneider und seit 2008 Michael Fernau.


Am 1. Juni 2000 übernimmt Die Deutsche Bibliothek die Sacharbeit der Arbeitsstelle für Regelwerksarbeit vom aufgelösten Deutschen Bibliotheksinstitut als neue Arbeitsstelle für Standardisierung. Etwa zu selben Zeit wird Die Deutsche Bibliothek von der GEMA zum Aufbewahrungsort ihrer ca. 210.000 Noten bestimmt, die dem Deutschen Musikarchiv zur Archivierung übergeben werden.


Zwei Jahre später beschließt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Bestände seiner Bibliothek und seines Historischen Archivs Der Deutschen Bibliothek zur Aufbewahrung an ihrem Frankfurter Standort zu übergeben. Börsenverein und Die Deutsche Bibliothek schließen im gleichen Jahr 2002 eine "Rahmenvereinbarung zur freiwilligen Ablieferung von Netzpublikationen zum Zwecke der Verzeichnung und Archivierung".


Ab Januar 2003 erfolgt die Ablösung des seit 1974 als Reihe N der Nationalbibliografie herausgegebenen CIP-Dienstes durch den im Rahmen einer erweiterten Kooperation mit der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH entwickelten und außerhalb der Reihen der Deutschen Nationalbibliografie erscheinenden Neuerscheinungsdienst.


Ab 2004 ist die Datenbank der Deutschen Nationalbibliografie erstmals online für jeden kostenfrei zur eigenen Recherche zugänglich. Die Datenbank enthält den gesamten Bibliotheksbestand und erfüllt damit den gesetzlichen Auftrag zur bibliografischen Verzeichnung. Ab dem Bibliografie-Jahrgang werden die verschiedenen Reihen der Deutschen Nationalbibliografie sowie der Neuerscheinungsdienst nach Sachgruppen strukturiert, die auf den beiden obersten Ebenen der Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) beruhen.


Am 29. Juni 2006 tritt das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiierte neue "Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek" in Kraft, durch das der Sammelauftrag um die Netzpublikationen als Teil des kulturellen Erbes erweitert wird. Die Bibliothek wird durch das Gesetz in Deutsche Nationalbibliothek umbenannt.


Im Herbst 2007 beginnen die Bauarbeiten für den 4. Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, der neben neuen Magazinen vor allem neue Lesesaal-, Büro- und Ausstellungsflächen für das Deutsche Buch- und Schriftmuseum sowie im historischen Gründungsbau Flächen für das Deutsche Musikarchiv umfasst. Das Deutsche Musikarchiv zieht im Dezember 2010 mit seinen Beständen von seinem bisherigen Sitz in Berlin in die mit dem Erweiterungsbau neu geschaffenen und die für das Musikarchiv im historischen Bibliotheksbau umgebauten Räume nach Leipzig.


Im Oktober 2008 erlässt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine neue Pflichtablieferungsverordnung, die insbesondere Netzpublikationen neu berücksichtigt und die die bisherige Pflichtstückverordnung ersetzt.
Im März 2009 wird Richtfest für den 4. Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek gefeiert. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum feiert sein 125-jähriges Bestehen in einer öffentlichen Festveranstaltung. Ab Januar 2010 wird die Deutsche Nationalbibliografie als kostenfreie Online-Zeitschrift angeboten und eine neue Bibliografie-Reihe O für Online-Publikationen eingeführt. Im Laufe des Jahres 2011 wird die Mikrofilm-Archivierung von 300 Tageszeitungen schrittweise auf die Sammlung und Archivierung der entsprechenden E-Paper umgestellt, so dass mit Ende des Jahres nur noch etwa 150 Tageszeitungstitel weiter als Mikrofilm archiviert werden.


Nach der bereits zuvor erfolgten schrittweisen Inbetriebnahme wird der jüngste Leipziger Erweiterungsbau am 9. Mai 2011 mit einer Festveranstaltung feierlich eröffnet.

"Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode" ist der Titel der neuen Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums in Leipzig. Sie wird am 13. März 2012 eröffnet. "Eine kurze Mediengeschichte der Menschheit" lautet der programmatische Untertitel der Ausstellung, die das zur Deutschen Nationalbibliothek gehörende Museum in seinem neuen Ausstellungsraum am Deutschen Platz in Leipzig zeigt.

Last update: 18.02.2013

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