Navigation and service

Welcome to the AG Sammlung Deutscher Drucke

In the Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) six libraries collaborate to build a comprehensive collection of printed literature published in German-speaking countries from the beginning of letterpress printing to the present, to provide information on it, to make it accessible to the public and to preserve it for future generations.

This venture has led to the creation of a virtual national library in which the participating libraries are responsible for the following periods:

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Musical scores until 1800) (Chair)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Maps and newspapers: 1801-1912; Musical scores: 1801-1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Last update: 01.03.2019

Buch des Monats März 2018:
Historiographus [d. i. Johann Gottfried Schnabel], Sonderbarer Bericht von dem beym Anfange des vorigen Seculi im Böhmer-Walde und zwar in einem Bären-Bau [...] gefundenen Wunder-Knaben [...], Erfurt 1747.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2019 A 2 Rara)

Buchblock mit der Titelei Historiographus [d. i. Johann Gottfried Schnabel], Sonderbarer Bericht von dem beym Anfange des vorigen Seculi im Böhmer-Walde und zwar in einem Bären-Bau [...] gefundenen Wunder-Knaben [...], Erfurt 1747. 
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2019 A 2 Rara)

Eine Erzählung, die „doch mehr als eine Erdichtung zu seyn scheint“ – als solche schätzte 1774 der Göttinger Ökonom und Naturhistoriker Johann Beckmann den 1747 erstmals veröffentlichten „Sonderbaren Bericht“ über einen zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einer böhmischen Bärenhöhle aufgefundenen Jungen ein. Das Vorwort des unter dem Pseudonym „HistorIoGraphuS“ auftretenden Autors nennt das Werk allerdings eine „Wunder-Geschicht“ im Sinne aufklärerischer Ideale, die exemplarisch zeigen soll, dass „die vernünfftige menschliche Seele, in Ermangelung behöriger Education des Cörpers in ein thierisch degeneriren, und dennoch wieder in gute Ordnung gebracht werden kann“.

Der „Bericht“ erzählt entsprechend von einem geistig und körperlich verwarlosten, aber mit Bärenkräften ausgestattetem Jungen, dessen „gute Ordnung“ unter der Obhut eines philanthropen Grafen wiederhergestellt wird. Sein Wunsch nach einem Toilettenbesuch, seine Freude an prächtigen Gewändern und ein wundersamer Schatzfund in unmittelbarer Nähe der Bärenhöhle deuten dabei schon früh auf eine adlige Abstammung des Jungen hin. In dreifacher Anspielung auf seinen Fundort und seine Kräfte wird der Junge auf den Namen „Ignatius Augustinus Samson“ getauft. Als junger Mann tritt er eine abenteuerliche Grand Tour durch Europa an, die ihn nicht nur einen Löwen im Harz erlegen lässt, sondern unter anderem auch an die Höfe von Paris und Madrid, zum Pabst und an den Wiener Kaiserhof führt. Schließlich trifft er auf seine leiblichen Eltern, ein deutsches Fürstenpaar. Diese erkennen in dem „Wunder-Knaben“ dank eines Muttermals schließlich ihren „geliebten Sam-Sohn“ wieder, und die ganze Geschichte löst sich inklusive kaiserlicher Gnadenbekundungen, einem Offizierspatent und einer Hochzeit in allgemeines Wohlgefallen auf.

Ähnlich abenteuerlich stellt sich auch die Biographie des Autors dar: Hinter dem mit den Majuskeln I|G|S versehenem Pseudonym „HistorIoGraphuS“ verbirgt sich wohl Johann Gottfried Schnabel (1692 – ca. 1744 oder 1748), Vielschreiber und unter anderem Verfasser eines vierbändigen Bestsellers des 18. Jahrhunderts, der Sozialutopie „Wunderliche FATA einiger See-Fahrer“ (1731–1743) – besser bekannt unter dem Titel „Die Insel Felsenburg“ in der 1828 veröffentlichten Bearbeitung durch Ludwig Tieck (1773–1853). Der in Sandersdorf bei Bitterfeld geborene und früh verwaiste Schnabel besuchte die Lateinschule der Franckeschen Stiftungen in Halle, absolvierte anschließend eine Barbierlehre und diente als Feldscher während des Spanischen Erbfolgekriegs unter anderem unter Prinz Eugen – über den er 1736 auch eine Biographie veröffentlichte. 1724 wurde er Hofbarbier bei den Grafen zu Stolberg, später gräflicher Kammerdiener und Hofagent. Ab 1731 gab er die Zeitung „Stolbergische Sammlung Neuer und Merckwürdiger Welt-Geschichte“ heraus und verdingte sich als Schriftsteller, Lotterieeinehmer und Kommissionsbuchhändler. Schnabels genaues Todesdatum ist unbekannt.

Der Buchblock des vorliegenden Bandes im Oktavformat wurde nachträglich in einen etwas zu kleinen Einband aus rot gefärbtem Pergament mit Goldprägung eingehängt. Die Ausführung des Frontispiz, die mittelmäßige Papierqualität sowie das verhältnismäßig schlechte Lektorat lassen auf eine kostengünstige Herstellung des Drucks schließen. Zudem sind die letzten vier Seiten des Bandes in einer deutlich kleineren Type gedruckt – ganz offensichtlich, um einen sonst zusätzlich benötigten Druckbogen einzusparen. Das Exlibris auf dem fliegenden Vorsatz belegt, dass der Band Teil der Privatbibliothek des Idsteiner Sonder- und Heilpädagogen Max Kirmsse (1877–1946) war. Laut datiertem Besitzeintrag gelangte der vorliegende Band 1927 in Kirmsses Sammlung. Seinem Arbeits- und Interessenschwerpunkt enstprechend sammelte Kirmsse vor allem historische Literatur zu verschiedenen Themenfeldern der „Disability Studies“; der überwiegende Teil seiner Büchersammlung befindet sich heute in der UB Marburg sowie im Heilpädagogischen Archiv am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Diese über die Sammlung Deutscher Drucke erworbene Erstausgabe von Schnabels Werk aus dem Jahr 1747 war nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit in keiner Bibliothek mehr nachgewiesen.

Buch des Monats Februar 2019:
Wilhelm Taudpheus: Eigentliche Vorstellung der neuen fliegenden Brück zu Mannheim Welche auß gnädigstem Befehl deß […] Herrn Carl Ludwigs/ Pfaltzgrafen bei Rhein [...] Wilhelm Taudpheus/ ein geborner Pfältzer 1618. und Bürger in Bacherach/ im Monat Julio deß 1669. Jahrs/ verfertigt […] Zu Bacherach im Gülden Schiff zu finden bey dem Autor. Und zu Mannheim bey Ludewig Serv/ Und zu Heydelberg im Ritter St. Georg, - 1 Bogen, mit Kupferstich
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Einbl. Xb FM 340)

Titelblatt  "Eigentliche Vorstellung der neuen fliegenden Brück zu Mannheim" Wilhelm Taudpheus: Eigentliche Vorstellung der neuen fliegenden Brück zu Mannheim Welche auß gnädigstem Befehl deß […] Herrn Carl Ludwigs/ Pfaltzgrafen bei Rhein [...] Wilhelm Taudpheus/ ein geborner Pfältzer 1618. und Bürger in Bacherach/ im Monat Julio deß 1669. Jahrs/ verfertigt […] Zu Bacherach im Gülden Schiff zu finden bey dem Autor. Und zu Mannheim bey Ludewig Serv/ Und zu Heydelberg im Ritter St. Georg, - 1 Bogen, mit Kupferstich  
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Einbl. Xb FM 340)

Die Geschichte der Mannheimer Rheinbrücken beginnt mit der sogenannten „Fliegenden Brück“ im Jahr 1669. Es handelt sich hier um eine fest installierte Gierfähre, bei der die Strömung des Flusses ausgenutzt wird. Die Fähre, von einem Seil geführt, pendelt zwischen den Stationen hin und her. Der Konstrukteur und Erbauer der Fähre war Wilhelm Taudpheus, ein Pfälzer aus Bacharach.
Der erworbene großformatige Einblattdruck ist ein seltenes Denkmal dieser für die Stadt Mannheim konstruierten Fährverbindung, welche als Wunder angestaunt, beschrieben und besungen wurde. Der Detail getreue Kupferstich zeigt vor dem Stadtpanorama von Mannheim mit der Festung Friedrichsberg die Gierfähre auf dem Rhein. Im Vordergrund warten Kurfürst Karl Ludwig und sein Gefolge auf die Ankunft der Fähre für eine erste Probefahrt.

Der stolze Pfälzer Bürger Taudpheus feiert in einem Gedicht mit 11 Strophen seine Konstruktion und rühmt die große Tragfähigkeit der Fähre:
„Auf einmal kann sie tragen
Mehr als vierhundert Mann,
Pferd und geladene Wagen,
Als ich bezeugen kann,
Man sitzet oder stehet
Und ruhet, wie man will,
Die Brücke doch fort gehet,
Der Reisend bleibet still.“

Dieser Einblattdruck in seiner Vollständigkeit mit Kupferstich und Textstrophen ist bisher nur in einem Mannheimer Museum nachzuweisen.

Buch des Monats Januar 2019:
Nicolas de Nicolay: Beschreibung Dero Reiß und Schifffahrt in die Türckey […] Jetzt auffs new neben angehengter Summarischer anzeigung etlicher Namhafften Türckischen Geschichten, so etliche Jahren hero seind vorgelauffen […]. – Köln : Johann von Mertzenich, 1593. – 11 unbedruckte Seiten, 312 Seiten, 61 ungezählte Blätter Holzschnitt-Tafeln.
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Res/4 It.sing. 177 m)

Kostümholzschnitt aus Nicolas de Nicolay: Beschreibung Dero Reiß und Schifffahrt in die Türckey Nicolas de Nicolay: Beschreibung Dero Reiß und Schifffahrt in die Türckey […] Jetzt auffs new neben angehengter Summarischer anzeigung etlicher Namhafften Türckischen Geschichten, so etliche Jahren hero seind vorgelauffen […]. – Köln : Johann von Mertzenich, 1593. – 11 unbedruckte Seiten, 312 Seiten, 61 ungezählte Blätter Holzschnitt-Tafeln. 
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Res/4 It.sing. 177 m)

Im 16. Jahrhundert wurden Berichte von Reisen in den Orient mit großem Interesse wahrgenommen und gelesen. Einen der größten Erfolge stellten die „Navigations et Peregrinations Orientales“ des französischen Geographen Nicolas de Nicolay (1517-1583) dar. Erstmals 1567/1568 im Druck erschienen, erfuhren die „Navigations“ zwischen 1567 und 1593 etliche Übersetzungen, darunter allein fünf in deutscher Sprache. Erworben werden konnte die selten vorliegende, letzte deutschsprachige Übersetzung aus dem Jahr 1593.

Der Gelehrte Nicolas de Nicolay trat 1542 in den militärisch-diplomatischen Dienst des französischen Königs und unternahm zahlreiche Reisen innerhalb Europas sowie in Nordafrika und im östlichen Mittelmeerraum. Im Jahr 1551 begleitete er den Gesandten Gabriel D’Aramamont nach Konstantinopel an den Hof Süleymans des Prächtigen und fand dort die Gelegenheit, Land und Leute zu studieren.

Abgefasst und zum Druck kamen die „Navigations“ hingegen erst über zehn Jahre später und unter dem Eindruck der geänderten politischen Konstellation nach der Auflösung der französisch-türkischen Allianz im Jahr 1559. Eingeteilt in vier Bücher, beschreibt Nicolay in seinem Werk die Seereise über Algier, Malta und Tripolis bis nach Konstantinopel und schildert seine Beobachtungen von Land und Sitten der Türken, Perser und Griechen. 61 beigefügte Kostümholzschnitte, in der Erstausgabe erstellt von Lyon Davent, illustrieren den Text. Darüber hinaus werden im 4. Buch die Perser und ihr Reich sowie angrenzende Länder, die von Nicolay nicht bereist wurden, mit Rückgriff auf antike und zeitgenössische Quellen thematisiert.

Buch des Monats Dezember 2018
Bach, Johann Sebastian: Weihnachts-Oratorium: BWV 248 : Autograph Staatsbibliothek zu Berlin, Preussischer Kulturbesitz / Johann Sebastian Bach ; Commentary by Christoph Wolff, Martina Rebmann. - Kassel ; Basel : Bärenreiter, [2018]. - 1 Partitur (148, 33 Seiten). ; 40 cm. - ([Documenta musicologica / 2] ; Band 54) (Faksimile-Reihe Bachscher Werke und Schriftstücke ; Band 10)
(Als Pflichtexemplar erworben im Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek; Signatur M 2018 CC 87, IDN 1166196321)

Buchcover Bach, Johann Sebastian: Weihnachts-Oratorium: BWV 248 Bach, Johann Sebastian: Weihnachts-Oratorium: BWV 248 : Autograph Staatsbibliothek zu Berlin, Preussischer Kulturbesitz / Johann Sebastian Bach ; Commentary by Christoph Wolff, Martina Rebmann. - Kassel ; Basel : Bärenreiter, [2018]. - 1 Partitur (148, 33 Seiten). ; 40 cm. - ([Documenta musicologica / 2] ; Band 54) (Faksimile-Reihe Bachscher Werke und Schriftstücke ; Band 10)
(Als Pflichtexemplar erworben im Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek; Signatur M 2018 CC 87, IDN 1166196321)

Dieses hochwertige Faksimile ist als Pflichterwerbung in die Sammlung des Deutschen Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek eingegangen.

„Das Weihnachts-Oratorium mit seinen sechs Teilen ist unzähligen Menschen weltweit ans Herz gewachsen. Was für den Hörer heute so klingt, als könnte es nie anders gewesen sein, geht in Wirklichkeit teilweise auf frühere eigene Werke Bachs zurück, die er für die neue Bestimmung um textete und musikalisch anpasste. Gleich beim ersten Choreinsatz ‚verrät‘ sich Bach, wie im Autograph zu sehen ist: Als Text unterlegte er zunächst die ursprüngliche, aus einer Glückwunsch-Kantate stammende Fassung Tönet ihr Pauken, die er dann durchstrich und durch das berühmte Jauchzet, frohlocket ersetzte.
Das Autograph zeigt auch an weiteren Stellen Spuren solcher Übernahmen. Andere Korrekturen lassen den Leser quasi dem Komponisten über die Schulter schauen, wie er eine Arie schrittweise in die heutige Form brachte und auch bei kleinen Rezitativen um ihre endgültige Fassung rang. Daneben finden sich Seiten in ebenmäßiger Reinschrift.
Das nun erscheinende Faksimile dokumentiert das Autograph des Weihnachts-Oratoriums erstmals im hochwertigen Vierfarbdruck. Der Bach-Spezialist Christoph Wolff führt in die Entstehung des Werkes und die Charakteristika der Handschrift ein. Martina Rebmann (Staatsbibliothek zu Berlin) beschreibt die weitere Geschichte des Autographs.“

Quelle: Bach, Johann Sebastian / Weihnachts-Oratorium BWV 248 / Bärenreiter Verlag

Buch des Monats November 2019:
Aus Wald und Heide / Bilder von Walther Caspari. Verse von Johannes Trojan. München: Dietrich, [1909]. [15] Bl.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Signatur: 53 BB 501286)

Abbildung aus Wald und Heide von Walther Caspari Aus Wald und Heide / Bilder von Walther Caspari. Verse von Johannes Trojan. München: Dietrich, [1909]. [15] Bl. 
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Signatur: 53 BB 501286)

Das Bilderbuch „Aus Wald und Heide“ verbindet mit Naturgedichten von Johannes Trojan und Illustrationen von Walther Caspari die Arbeiten von zwei namhaften Vertretern der Kinderbuchkunst um 1900. Der Schriftsteller Johannes Trojan (1837-1915) verfasste neben Prosaschriften für Erwachsene auch zahlreiche Gedichte und Erzählungen für Kinder und Jugendliche. Außerdem war er ab 1866 zunächst als Redakteur und von 1886 bis 1909 als Chefredakteur für das politisch-satirische Wochenblatt „Kladderadatsch“ tätig. Auch der mehr als drei Jahrzehnte jüngere Maler und Illustrator Walther Caspari (1869-1913) arbeitete nach seinem Kunststudium in Leipzig, Weimar und München für mehrere bekannte Zeitschriften – darunter „Die Jugend“, „Simplicissimus“, die „Berliner Illustrierte Zeitung“ und die „Die Gartenlaube“. Nachdem er bereits 1896 die ersten Märchenillustrationen veröffentlicht hatte, arbeitete er ab 1906 mit seiner Schwester Gertrud Caspari zusammen, der er als akademisch ausgebildeter Maler wertvolle Gestaltungshinweise geben konnte. Gemeinsam schufen sie Bilderbücher wie „Kinderhumor für Auge und Ohr“ (1906), „Kinderland, du Zauberland“ (1908) und „Frühling, Frühling überall“ (1910), die in Deutschland über Jahrzehnte zu den Kinderbuchklassikern gehörten. Die stimmungsvollen Jugendstilillustrationen von Walther Caspari in „Aus Wald und Heide“ entstanden im Kontext dieser Werke und zeigen Walther Caspari auf dem Höhepunkt seiner Illustrationskunst für Kinder. Obwohl die Bücher von Walther und Gertrud Caspari in der Staatsbibliothek zu Berlin breit repräsentiert sind, war dieser Band im Bestand bisher nicht vorhanden; die Erwerbung stellt damit eine wichtige Ergänzung der Sammlung von Jugendstilbilderbüchern dar.

Buch des Monats Oktober 2018:
Wimpffen, Victor Graf: Skizzen aus einem Tagebuche : aufgezeichnet an Bord der k.k. Corvette Caroline während der Reise nach Brasilien, den La Plata-Staaten und den portugiesischen Besitzungen an der Westküste Afrika’s, 1857 – 1858. – Als Manuscript gedruckt. – Wien : Druck der typogr. liter.-artist. Anstalt von L. C. Zamarski, 1870. – 191 Seiten, 9 ungezählte Seiten, 2 ungezählte Blätter Tafeln. – Widmung des Verfassers an Dr. Julius Staudinger, München
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: W 3194)

Wimpffen, Victor Graf: Skizzen aus einem Tagebuche Wimpffen, Victor Graf: Skizzen aus einem Tagebuche : aufgezeichnet an Bord der k.k. Corvette Caroline während der Reise nach Brasilien, den La Plata-Staaten und den portugiesischen Besitzungen an der Westküste Afrika’s, 1857 – 1858. – Als Manuscript gedruckt. – Wien : Druck der typogr. liter.-artist. Anstalt von L. C. Zamarski, 1870. – 191 Seiten, 9 ungezählte Seiten, 2 ungezählte Blätter Tafeln. – Widmung des Verfassers an Dr. Julius Staudinger, München
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: W 3194)

Victor Graf Wimpffen (1834–1897) beschreibt in seinem als Privatdruck erschienenen Tagebuch die abenteuerliche Reise der österreichischen Korvette Caroline als Begleitschiff der Fregatte SMS Novara, die in den Jahren 1857-59 die einzige Weltumseglung der Österreichischen Marine durchführte. Sowohl die in 21 Bänden veröffentlichten wissenschaftlichen Berichte der Novara, insbesondere der von Karl von Scherzer herausgegebene „beschreibende Teil“, als auch die zweibändige Volksausgabe machten die Expedition weltberühmt. Nach dreimonatiger gemeinsamer Fahrt trennten sich die beiden Schiffe in Äquatornähe. Die Caroline setzte ihre Fahrt in Richtung südamerikanischer Küste fort, erreichte im September 1857 Rio de Janeiro, im Oktober Buenos Aires und kehrte via Kapstadt entlang der westafrikanischen Küste im Mai 1858 nach Triest zurück. Die genaue Reiseroute lässt sich anhand einer beigegebenen farbig lithografierten Karte verfolgen. Graf Wimpffens Reisebeschreibung ist keine wissenschaftliche Dokumentation, sondern informiert im Plauderton über „Land und Leute“: Das karge Leben europäischer Auswanderer in der argentinischen Pampa wird ebenso thematisiert wie die wirtschaftlichen Verhältnisse in Uruguay oder die Verladung von Elfenbein in afrikanischen Häfen, aber auch das Leben an Bord, wie z.B. die ausführliche Schilderung einer Äquatortaufe und dem Ausbruch der Windpocken. Im Buch befindet sich eine fünfzeilige handschriftliche Widmung des Verfassers an Dr. Julius Staudinger, möglicherweise der Münchner Senatspräsident und Verfasser zahlreicher juristischer Werke Julius von Staudinger (1836-1902).

This Page

Schriftbanner mit KIM Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten